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Europa League Ajax: Ein Ausbildungsklub im Aufwind

Das finanzstarke Manchester United ist der Gegenentwurf zu Ajax Amsterdam. Im Europa-League-Final von heute Abend kommt es zum ungleichen Duell – und im Vorfeld zu einer Schweigeminute.

Was für Ajax spricht

  • Schon mal aufmüpfig: Im Halbfinal schaltete man Geheimfavorit Olympique Lyon aus
  • Der Aberglaube: Auf den Tag genau vor 22 Jahren holte sich Ajax den Triumph in der CL

Was für Manchester spricht

  • Im Hoch: Die «Red Devils» sind seit 10 EL-Partien ungeschlagen (davon 7 Siege)
  • Ajax' Auswärtsschwäche: Zuletzt gab's in 6 EL-Spielen in der Fremde keinen Sieg mehr
  • Mourinhos Mythos: Als der Portugiese noch Real trainierte, fügte er Ajax in 6 Begegnungen 6 Pleiten zu (Torverhältnis: 20:2)

«Ich würde meine Spieler direkt zum Arzt schicken, wenn sie nicht nervös wären, vor allem da es sich um ihr erstes Endspiel handelt», sagte Ajax-Coach Peter Bosz im Vorfeld des Showdown in Stockholm. Und weiter: «Es liegt an mir, dafür zu sorgen, dass sie ihre Nerven nicht verlieren.»

Diese Aussage des 53-Jährigen Niederländers sagt viel über die Ausgangslage des Europa-League-Endspiels aus. Seine Schützlinge sind die klaren Underdogs, und ihnen kommt mit einem Durchschnittsalter von 22 Jahren die Routine des namhaften Gegners ab.

Der CL-Druck fällt weg

Überhaupt unterschieden sich die beiden Finalisten in diesem wesentlichen Punkt: in der Klubphilosophie. So richtet Manchester United gewöhnlich mit der grossen Kelle an, gab vor dieser Saison 185 Millionen Euro für Spieler wie Paul Pogba und Henrich Mchitarjan aus. Amsterdam dagegen leistet sich keine teuren Stars, es bildet sie selbst aus.

«Die United hat das grössere Budget. Aber auch wir sind gut aufgestellt», hält Bosz dagegen. «Wir werden nur eine Chance haben, wenn wir unser Ding durchziehen und den typischen Ajax-Stil spielen.» Zudem hat Ajax als Zweiter der Ehrendivision der United etwas voraus. Es hat immerhin schon mal einen Platz in der CL-Qualifikation auf sicher.

Aus Pietät kein Pomp

Der Bombenanschlag in Manchester vom letzten Montag hinterlässt vor dem Anpfiff einen bitteren Beigeschmack. Aus diesem Grund wird eine Schweigeminute abgehalten und die Eröffnungsfeier erheblich gekürzt.

Die Champions seit der Umbenennung in Europa League

JahrSiegerFinalistResultat
2016
SevillaLiverpool3:1
2015SevillaDnjepr Dnjepropetrowsk3:2
2014SevillaBenfica Lissabon0:0 n.V., 4:2 i.E.
2013ChelseaBenfica Lissabon2:1
2012Atletico MadridAthletic Bilbao3:0
2011PortoSporting Braga1:0
2010Atletico MadridFulham2.1 n.V.
Legende: Video Grosse Betroffenheit vor EL-Final abspielen. Laufzeit 01:50 Minuten.
Aus sportaktuell vom 23.05.2017.

Sendebezug: SRF zwei, «sportaktuell», 23.05.2017 22:25 Uh

TV-Hinweis

TV-Hinweis

Verfolgen Sie das Europa-League-Endspiel in Stockholm zwischen Ajax Amsterdam und Manchester United am Mittwoch live ab 20:10 Uhr auf SRF zwei oder in unserer Sport App mit Ticker & Stream.

2 Kommentare

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  • Kommentar von Stefan Andreas Berta (sab@dietlikon.ch)
    Der Druck für ManUtd ist einfach zu gross! Dabei kam der feige Anschlag zuhause in Manchester natürlich komplett zum falschen Zeitpunkt. Ausserdem hat Jose Mourinho mit seinen gebetsmühlen-artigen Aussagen dieser Final sei das vielleicht "wichtigste Spiel der Klub-Geschichte" den Hype noch zusätzlich angeheizt. Und der Verzicht auf zahlreiche Stammspieler und die damit verbundene praktisch kampflose Aufgabe, den Champions League-Platz über die Meisterschaft zu erreichen hilft mE auch eher Ajax!
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  • Kommentar von Jens Mueller (Jens Mueller)
    Man United wird das Spiel für sich entscheiden. Sie spielen ja heute für die Opfer des Anschlags wie Mourinho sagte. Dann darf man einfach nicht verlieren.
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