Als Constantin die AS Saint-Etienne übernehmen wollte

Damals war er noch umstrittener als heute: Christian Constantin. Vor gut 18 Jahren trat er erstmals als Sion-Präsident zurück – und wollte gleich beim französischen Rekordmeister Saint-Etienne einsteigen.

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Als Constantin St. Etienne übernehmen wollte

2:52 min, vom 18.2.2016

1997 war Saint-Etienne am Boden. Dem mit 10 Titeln dekorierten französischen Rekordmeister drohte der Abstieg in die 3. Liga. Alleine in einer Saison häuften «Les Verts» ein Defizit von umgerechnet fast 4 Millionen Franken an (bei einem Budget von 10 Mio. Fr.).

«  Ich will weder Bernard Tapie noch einen kleinen Tapie. »

François Rochebloine
damaliger Sportverantwortlicher des Départements Loire

Da tauchte ein vermeintlicher Retter auf: Christian Constantin bot an, beim Klub einzusteigen. Allerdings war sein Ruf schwer angeschlagen. In Sion hatte er in immer höherer Kadenz Spieler eingekauft und wieder verkauft und zum Ende seiner 1. Präsidentschaft einen Schuldenberg hinterlassen.

Die Angst vor dem «kleinen Tapie»

Medien bezeichneten ihn als «kleinen Tapie», in Anspielung auf den ehemaligen, wegen Korruption zu einer Haftstrafe verurteilten Marseille-Präsidenten Bernard Tapie.

Das schreckte viele in St-Etienne ab. «Ich will weder Bernard Tapie noch einen kleinen Tapie», sagte der damalige Sportverantwortliche des Départements Loire, François Rochebloine, gegenüber der SRF-Hintergrundsendung «Time-out». Constantin zog sein Angebot zurück, Ende 1997 wurde der Klub von einem Konsortium aus St-Etienne und Paris übernommen, 1999 folgte der Wiederaufstieg in die höchste Division.

Sendebezug: SRF zwei, 14.2.16, sportlive, 15:45 Uhr