Unterschiedliche Gefühlswelten bei Thunern und Zürchern

In den Hinspielen der Qualifikation zur Europa League hat sich Thun in Schweden eine ausgezeichnete Ausgangslage für das Rückspiel geschaffen, während der FC Zürich bei seinem Gastspiel in Tschechien eine solche fahrlässig vergab. Dementsprechend fielen die Reaktionen aus.

FCZ-Verteidiger Loris Benito nach dem Schlusspfiff in Liberec.

Bildlegende: Geknickt FCZ-Verteidiger Loris Benito nach dem Schlusspfiff in Liberec. Keystone

«Unnötig», betitelte FCZ-Trainer Urs Meier die 1:2-Niederlage bei Slovan Liberec. Dabei erwischte seine Mannschaft im Norden Tschechiens einen perfekten Start und markierte bereits nach 5 Minuten durch einen Elfmeter-Treffer von Davide Chiumento das so wichtige Auswärtstor.

Liberec-Trainer Silhavy: «Mussten uns ans Tempo gewöhnen»

«In der Schweiz wird schneller gespielt als in unserer Liga», betonte Meiers Pendant Jaroslav Silhavy. «Wir mussten uns zuerst an das hohe Tempo des Gegners gewöhnen.» Dass dies gelang, lag in erster Linie jedoch nicht an den Tschechen selber, sondern an den Zürchern.

«Wir haben es verpasst, das 2:0 zu erzielen», haderte Meier. Während der FCZ das Tempo zusehends verschleppte, kam Liberec mehr und mehr auf, was in den Toren zum 1:1 (66.) und 2:1 (81.) gipfelte. «Wir hatten in der Schlussphase Mühe, dem Druck von Liberec standzuhalten», so Meier.

Luca Zuffi (r.) wird von von Josef Martinez geherzt.

Bildlegende: Matchwinner Luca Zuffi (r.) wird von Josef Martinez geherzt. Keystone

Zuffi: «Habe noch nie 2 Tore erzielt»

Ähnlich wie der FCZ baute auch der FC Thun bei seinem Gastspiel bei den Schweden von Häcken Göteborg nach rund einer Stunde ab. Luca Zuffi hatte die Berner Oberländer zuvor mit einem Doppelpack in Führung gebracht (33./63.). Der 23-Jährige gestand: «Es war nicht unbedingt meine beste Partie, aber 2 Tore habe ich auf Profiebene noch nie erzielt.»

Ausser dem Anschlusstor von Martin Ericsson (64.) hatte das Nachlassen der Thuner im Vergleich zu den Zürchern jedoch keine schwerwiegenderen Folgen, auch wenn die Gastgeber in der Schlussphase zu ihren Ausgleichschancen kamen.

Fischer: «Remis wäre gerechter gewesen»

Trainer Urs Fischer meinte denn auch nach der Partie: «Wenn ich nicht Trainer des FC Thun wäre, müsste ich sagen, dass ein Remis vielleicht gerechter gewesen wäre.» So aber gehen er und seine Mannschaft mit einem beachtlichen Polster ins Rückspiel. Fischer weiter: «Wir haben hier ein gutes Resultat erzielt. Mehr aber noch nicht.»

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