Auf Mission für den Frauenfussball

Die Schweizerin Tatjana Hänni gehört bei der FIFA zu den wichtigsten Personen im Frauenfussball – sie ist die Direktorin für die Frauen-Turniere und hat ein konkretes Ziel: Den Sport auf der ganzen Welt populär zu machen.

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Hänni über eine mögliche FIFA-Präsidentin

0:27 min, vom 11.6.2015

Der Frauenfussball begleitet Tatjana Hänni schon ihr Leben lang: Sie war selbst Spielerin und absolvierte 25 Länderspiele, danach wurde sie Trainerin. Heute ist die 48-Jährige bei der FIFA und weibelt auf der ganzen Welt für den Frauenfussball.

Grosse Qualitätsunterschiede

Sie sei schon eine Idealistin, sagt Hänni und lacht. Frauenfussball sei ihre Leidenschaft, nicht nur ein Job. Aber dann wird sie ernst: «In vielen Ländern hat der Frauenfussball noch immer Schwierigkeiten, die richtige Unterstützung zu finden.» Der Qualitätsunterschied zwischen den Topnationen und den weiteren Verbänden sei zum Teil recht gross – das habe man beim Spiel Deutschland gegen Elfenbeinküste (0:10) deutlich gesehen.

«  Die Ausweitung auf 24 Teams ist mittel- und langfristig der richtige Weg »

Tatjana Hänni

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Hänni über die Aufstockung auf 24 Teams

1:22 min, vom 11.6.2015

Die FIFA hatte die Teilnehmerzahl in Kanada auf 24 ausgeweitet – das hatte medial auch Kritik ausgelöst wegen der unterschiedlichen Niveaus der einzelnen Teams. Hänni verweist aber darauf, dass es einst auch im Männerfussball an Weltmeisterschaften krasse Resultate gegeben habe. Ausserdem werde mit einer WM-Teilnahme die Entwicklung des Frauenfussballs im jeweiligen Land vorangetrieben. «Die Ausweitung auf 24 Teams ist deshalb mittel- und langfristig der richtige Weg», lautet ihre Schlussfolgerung.

Vorteile gegenüber Männerfussball

Hänni glaubt fest daran, dass der Frauenfussball noch viel Potenzial hat – nicht nur bei den einzelnen Fussball-Verbänden, sondern auch was Sponsoren oder Zuschauerzahlen betrifft. Denn das Schöne beim Frauenfussball sei, dass es freundschaftlich und fair zu- und hergehe und gewisse negative Dinge aus dem Männerfussball weniger vorkämen – wie zum Beispiel Aggressionen auf dem Platz oder Diskussionen mit dem Schiedsrichter – «das gefällt der wachsenden Fangemeinde».

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Hänni über die Attraktivität des Frauenfussballs

0:43 min, vom 11.6.2015

In diesen Worten ist die Leidenschaft bei Hänni zu spüren. Sie will der Welt zeigen, dass Frauenfussball eine sehenswerte Sportart ist. Das Turnier in Kanada wird die bisherigen Frauen-WM Rekorde übertreffen, was die Zuschauerzahlen anbelangt. Daran hat auch die Schweizerin bei der FIFA ihren Anteil.

Sendebezug: SRF zwei, sportlive, 09.06.2015, 03:40 Uhr.

Übersicht

Werdegang von Tatjana Hänni

  • FIFA-Direktorin für Frauen-Wettbewerbe
  • Präsidentin FC Zürich Frauen
  • Ehem. Nationalspielerin (25 Länderspiele)