Dank Staatschef an die WM

Die Ecuadorianerin Monica Quinteros hätte beinahe die WM verpasst. Aber nicht etwa aus Verletzungs- oder Leistungsgründen, sondern schlicht deshalb, weil ihr Arbeitgeber nichts für Frauenfussball übrig hat.

Quinteros im Zweikampf mit einer Kamerunerin

Bildlegende: Monica Quinteros Die Ecuadorianerin (rechts) im ersten WM-Spiel gegen Kamerun. Keystone

Es war keine gewöhnliche Medienkonferenz. Jene der ecuadorianischen Trainerin Vanessa Arauz und ihrer Stürmerin Mónica Quinteros. Als Letztgenannte von ihrer Geschichte erzählte, berührte dies die anwesenden Journalisten.

Arbeitgeber stellt sich quer

Vor eineinhalb Jahren stand Quinteros kurz vor dem Rücktritt. Der Grund: Ihr wurde nicht erlaubt an der Copa America teilzunehmen. Die Schule, an der die 27-Jährige als Sportlehrerin arbeitet, weigerte sich, sie für die Zeit des Turniers abzustellen. Quinteros Nati-Karriere schien vorbei zu sein.

Für die Playoff-Spiele gegen Trinidad und Tobago, welche entschieden, ob Ecuador erstmals an eine WM fahren wird, berief Trainerin Arauz die Stürmerin aber wieder ins Kader. Und Quinteros dankte es ihr, indem sie mit einem Treffer in der 91. Minute Ecuador an die Endrunde schoss.

Präsident greift ein

Stoff für ein Märchen. Sollte man meinen. Nun kommt das «aber». Obwohl Quinteros als Volksheldin gefeiert wurde, stellte sich ihr Arbeitgeber erneut quer. Die Schulleitung wollte der Stürmerin verbieten, an die WM nach Kanada zu fahren. Der Traum rückte in weite Ferne.

Das Schicksal der Fussballerin warf in Südamerika hohe Wellen. So hoch, dass sich sogar Ecuadors Präsident Rafael Correa für sie einsetzte. Der oberste Politiker schaffte es denn auch tatsächlich, den sturen Arbeitgeber umzustimmen, weshalb Monica Quinteros nun gegen die Schweiz auf dem Feld stehen darf.

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Sendebezug: SRF zwei, sportlive, 9.6.2015, 04:00 Uhr.

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Die Partie der Schweiz gegen Ecuador können Sie am Samstag ab 00:50 Uhr live auf SRF zwei und hier im Ticker mitverfolgen.