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FIFA Frauen-WM 2015 Die «Gräschen»-Frage

Die Fussball-WM der Frauen in Kanada findet ausschliesslich auf Kunstrasen statt. Trotz heftiger Gegenwehr mussten sich die Spielerinnen mit dieser Tatsache abfinden, was bei den Männern wohl unvorstellbar gewesen wäre.

Kunstrasen bei einer Eckfahne.
Legende: Künstliches Grün An der WM-Endrunde in Kanada in jedem Stadion zu sehen. EQ Images

Eine WM auf «Plastik-Rasen»? Da würden sich bei Ronaldo, Ibrahimovic, Messi und Co. die Fussnägel krümmen. Kaum auszumalen, welchen Protest dies bei Fans und Spielern hervorrufen würde. Widerstand, der sich auch im Vorfeld der WM in Kanada formiert hatte – ohne Erfolg allerdings, denn die FIFA lässt sich nicht gerne dreinreden.

Legende: Video 2014: Frauen kämpfen gegen die FIFA abspielen. Laufzeit 6:00 Minuten.
Aus sportlounge vom 13.10.2014.

«Männer-WM würde nie auf Kunstrasen ausgetragen werden»

84 Spielerinnen aus 13 Nationen – Schweizerinnen waren keine dabei - lehnten sich dagegen auf. An vorderster Front Abby Wambach. Die 35-jährige Amerikanerin ist mit 182 Länderspiel-Toren die erfolgreichste Skorerin der Geschichte. «Eine Männer-WM würde nie auf Kunstrasen ausgetragen werden», sagte Wambach. «Es geht hier um die Rechte der Frauen, um Gleichberechtigung», so die FIFA-Weltfussballerin des Jahres 2012.

Schleierhafte Argumentation Valckes

Geschätzte 3 Millionen Dollar hätte es gekostet, um die 6 WM-Stadien mit natürlichem Grün auszustatten. «Geld oder die Unterschiede zwischen einem Frauen- und einem Männer-Anlass spielen keine Rolle», entgegnete FIFA-Generalsekretär Jerome Valcke. «Es geht einzig und allein um die äusserlichen Bedingungen in Kanada. Wir wollen allen 24 Mannschaften durchgehend beste Spielbedingungen bieten.»

Es geht um Rechte der Frauen
Autor: Abby WambachFIFA-Weltfussballerin 2012

Was Valcke damit anspricht, bleibt aber unklar. Denn auch wenn im Sommer das Thermometer in Kanada durchaus mal auf 30 Grad klettert, so sind die Bedingungen, um im Juni Fussball zu spielen, weitaus besser als zum Beispiel in Südeuropa.

Erfolglose Klage gegen die FIFA

Angeführt von Top-Spielerinnen wie Wambach, der deutschen Weltklasse-Torhüterin Nadine Angerer oder Brasiliens Fabiana Da Silva Simoes wandte sich das Komitee im vergangenen Herbst an das Tribunal für Menschenrechte der kanadischen Provinz Ontario. Im Januar schliesslich wurde die Klage fallen gelassen. «Die Spielerinnen müssen sich nun auf den Sport konzentrieren. Etwas, das die FIFA leider nicht tut», begründete Anwalt Michael Dellinger die Kapitulation.

Kunstrasen ist die Zukunft des Fussballs
Autor: Joseph S. BlatterFIFA-Präsident

So findet im Juni in Vancouver, Ottawa, Winnipeg, Edmonton, Montreal und Moncton erstmals überhaupt eine A-WM auf Unterlagen mit den klingenden Namen wie PolytanTurf, FieldTurf oder XtremeTurf statt. Immerhin haben die Frauen erreicht, dass der Kunstrasen in Vancouver ausgewechselt und modernisiert wird, denn «der Platz ist eine Frechheit, hart wie Beton!», so Angerer.

«Kunstrasen ist die Zukunft»

Auch wenn mit Spielqualität und Verletzungsgefahr argumentiert wurde, der Disput um die Spielunterlage verkam vor allem zur Gender-Frage – und am Ende sprach die FIFA ein Machtwort. Denn schliesslich glaubt sogar der Präsident des Weltfussball-Verbands: «Kunstrasen ist die Zukunft des Fussballs», sagte Joseph S. Blatter im Oktober unmittelbar nachdem die ersten kritischen Stimmen laut geworden waren.

Sendebezug: SRF zwei, sportpanorama, 31.5.15, 18:15 Uhr

8 Kommentare

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  • Kommentar von D. Becker, Gebenstorf
    der Schwager oder der Schwiegersohn von Sepp I. hat eine Kunstrasenfirma. Das hat aber nichts mit dem Entscheid in Kanada zu tun, ist reiner Zufall! "Ironie off"
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  • Kommentar von peter patzen, bonaduz
    Unmöglich für die FIFA Geld für normalen Rasen locker zu machen. Das Geld braucht der korrupte Verein dringend für zukünftige Bestechungen
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  • Kommentar von Daniel Schiebler, Aarau
    Wer Fussball spielen kann, dem ists egal, ob auf Natur oder Kunstrasen. Streller musste auch immer Naturrasen haben, damit er eine Ausrede hatte, wenn er den Ball nicht traff. YB, Thun, Xamax es kommen immer mehr Stadion mit, ebenem schönen Kunstrasen.
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    1. Antwort von Juha Stump, Zürich
      Nur hat es nicht immer wieder umsonst geheissen, dass ein Kunstrasen für die Gesundheit auf die Dauer schlechter ist als echter Rasen. Solange jemand noch jung ist, spielt das keine Rolle, aber irgendwann werden die Rücken- und Gelenkprobleme noch kommen. Es ist gleich wie mit dem Joggen und den Volksmarathons: Ein Arzt selber hat mir gesagt, dass solche Läufe - wenn schon - auf Rasen und nicht auf Asphalt durchgeführt werden müssten, weil der Menschenkörper eben so gemacht ist.
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    2. Antwort von M. Bolder, Muhen
      Wenn Kunstrasen kostengünstiger ist und es keine Rolle spielt, worauf man spielt, weshalb werden denn sonst alle international bedeutsamen Spiele der Männer auf Naturrasen ausgetragen? Und weshalb wurde im Stade de Suisse für die EM 2008 auf Naturrasen umgestellt und auch zwischen Dezember 2011 und Juni 2014 nochmals auf Naturrasen gespielt? Aber vielleicht haben Sie ja recht und den Fussballgrössen wie Ronaldo, Messi und Ibrahimovic ist es völlig egal, auf welcher Unterlage sie spielen.
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    3. Antwort von Hans Vader, Luzern
      Natur- oder Kunstrasen ist eben nicht egal. Es ist ein anderes Spielgefühl, vor allem aber wenn man mit der Haut am Boden rutscht kann man relativ schnell Verbrennungen holen. Ausser die Kosten für den Unterhalt gibt es keinen Grund auf Kunstrasen zu spielen. Mit Thun oder Xamax sind eben genau auch Vereine dabei, die auf ihr Geld achten müssen.
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    4. Antwort von Hans Hubert, Oberengstrigen
      Was für ein kurioser Kommentar. Sie haben wohl noch nie auf einem Kunstrasen gespielt. Ein Messi weigert sich standhaft darauf auch nur zu trainieren. Aber gellen Sie, der trifft dort auch einfach den Ball nicht...
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    5. Antwort von Daniel Schiebler, Aarau
      @hanshubert. Ich haber nur 4/5 Liga und Senioren gespielt. Bsp. in Schöftland, auf Kunstrasen, in Oberentfelden auf Sandplatz und natürlich auf normalem Rasen. Fakt: In den unteren Regionen, ist der normale Rasen meisten schlecht, da mehrere Teams, drauspielen. Ok, die Stars verdienen einen Golfrasen, Messi kann überall Top spielen, egal wo. In den nordischen Ländern, oder im Süden ist es halt schwierig mit normalen Rasen, fehlender Regen, 2 Monate Sommer etc.
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