Japan minimalistisch in Richtung Titelverteidigung

An der Frauen-WM in Kanada kämpft Japan in der Nacht auf Donnerstag gegen England um den Final-Einzug. Zwar konnten die Titelverteidigerinnen bisher noch nicht restlos überzeugen, der Fahrplan der Asiatinnen stimmt aber.

Die Japanerinnen Aya Miyama und Mana Iwabuchi freuen sich über einen Treffer.

Bildlegende: Viel Grund zur Freude Die Japanerinnen reihten an der WM bisher Sieg an Sieg. EQ Images

2011 sorgten die Japanerinnen an der WM in Deutschland für die Sensation. Mit begeisternden Auftritten sicherten sich die Asiatinnen den Titel und verzückten dabei weltweit die Fans. Vier Jahre später befinden sie sich nun auf gutem Weg, den grossen Erfolg zu wiederholen. Dennoch ist in Kanada vieles anders.

Makellose Bilanz in Kanada

Das grosse japanische Spektakel ist bei der laufenden WM bisher ausgeblieben. Vielmehr präsentierte sich das Team von Trainer Norio Sasaki auf dem Weg in den Halbfinal von seiner minimalistischen Seite. Sämtliche Siege, so auch im Viertelfinal gegen Australien, wurden mit einem Tor Unterschied eingefahren.

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Japan zittert sich zum Sieg gegen Australien

2:40 min, vom 28.6.2015

Dieser Minimalismus schadet dem Erfolgslauf aber nicht im Geringsten. Als einzige WM-Mannschaft überhaupt konnte Japan 2015 alle fünf Spiele für sich entscheiden. Das letzte Team, das Japan an einer WM bezwingen konnte, war ausgerechnet England. Die Britinnen setzten sich vor vier Jahren im letzten Gruppenspiel mit 2:0 durch. Insgesamt konnte Japan gegen England in drei Partien noch nie gewinnen (zwei Unentschieden, eine Niederlage).

«  Wir denken nicht an die vergangenen Direktduelle »

Norio Sasaki
Trainer Japan

Die negative Bilanz ist laut Coach Sasaki kein Problem für seine Spielerinnen: «Wir denken nicht an die vergangenen Direktduelle gegen England. Wir schauen nur nach vorne.» Angst muss sein Team definitiv nicht haben. Spielerisch waren sie bisher ihren Gegnerinnen über weite Strecken überlegen. Mit durchschnittlich 57 Prozent Ballbesitz vermochten sie zudem den Partien jeweils ihren Stempel aufzudrücken.

Sieben verschiedene Torschützinnen

Für Japan spricht zudem das ausgeglichene Kader, in dem zahlreiche Spielerinnen Tore schiessen können. Zwar ist beispielsweise Nahomi Kawasumi, eine der grossen Heldinnen von 2011, bisher noch ohne Treffer. Für die sieben bisherigen Tore waren aber gleich sieben Spielerinnen verantwortlich.

Japans Weg in den Halbfinal

1. Gruppenspiel
1:0 gg. die Schweiz
2. Gruppenspiel2:1 gg. Kamerun
3. Gruppenspiel1:0 gg. Ecuador
Achtelfinal2:1 gg. die Niederlande
Viertelfinal1:0 gg. Australien

Sendebezug: SRF zwei, sportlive, 27.06.2015 21:40 Uhr

TV-Hinweis

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Verfolgen Sie den WM-Halbfinal zwischen Japan und England in der Nacht auf Donnerstag ab 00:45 Uhr live auf SRF zwei.