Mit grosser Sehnsucht gegen die Dampfwalze

Die WM-Viertelfinals in Kanada werden mit dem Kracher Deutschland - Frankreich eröffnet. Im vorgezogenen Endspiel trifft am Freitagabend der Weltranglistenleader auf die Nummer 3. Hier gehts zum Teamcheck.

Laura Georges schirmt vor Anja Mittag den Ball ab.

Bildlegende: Ein Duell auf Augenhöhe Zuletzt begegneten sich die Französinnen (im Bild mit Laura Georges) und Deutschland (Anja Mittag) im Herbst. Imago

Statistik: Es gibt wichtigere Indikatoren

Noch nie konnte sich die Equipe Tricolore an einem grossen Turnier gegen die DFB-Auswahl durchsetzen. Das letzte Aufeinandertreffen im Herbst endete bei einem Test zwar mit einem verdienten 2:0 für die «Grande Nation». Für Frankreichs Trainer Philippe Bergeroo ist dieser Sieg aber «Schnee von gestern». Vielmehr glaubt er: «Der Viertelfinal wird im Kopf entschieden.» Und weiter: «Der Druck lastet nicht auf uns.»

Möglich ist, dass seine verdienstvollen Spielerinnen, von denen viele im Herbst ihrer Karrieren stehen, eine andere Sichtweise haben. Ihnen rennt allmählich die Zeit davon. In ihren langen Laufbahnen für das Nationalteam blieb die Sehnsucht nach einem grossen Triumph bisher ungestillt.

Palmarès: Vorteil Deutschland

Der Ruhm könnte unterschiedlicher kaum verteilt sein. Die Deutschen waren bei 9 EM-Endrundenteilnahmen 8 Mal nicht zu bezwingen, gewannen 2003 sowie 2007 den WM-Titel und 3 Mal Olympiabronze. Frankreich hat bislang einen 4. Rang bei der WM 2011 als Referenz vorzuweisen.

Bei einer Gegenüberstellung muss auch Verteidigerin Jessica Houara D'Hommeaux anerkennen: «Wir sind Weltranglistendritter. Das ist gut, aber es ist nichts im Vergleich zu den deutschen Erfolgen.»

«  Der Viertelfinal wird im Kopf entschieden. »

Philippe Bergeroo
Frankreichs Trainer

Stärken: Details entscheiden

Bei zwei Teams auf Augenhöhe könnten Beharrlichkeit und Geduld die Differenz ausmachen. Neid fordert von Anfang an Präsenz und Leidenschaft. «Wir dürfen Frankreich nicht ins Spiel kommen lassen. Wenn sie ihr Kombinationsspiel aufziehen können, wird es nämlich ganz gefährlich», sagt die 51-Jährige. Den «Les Bleues» eilt der Ruf voraus, dass sie technisch wie taktisch hervorragend ausgebildet sind.

Annike Krahn versucht ihre Mitspielerinnen mit einer Handbewegug zu beruhigen.

Bildlegende: Frontenwechsel Die Deutsche Annike Krahn dirigierte zuletzt die Abwehr bei PSG. Imago

Und Annike Krahn, die die letzten 3 Saisons bei Paris Saint-Germain bestritten hat, warnt ihre Mitspielerinnen besonders vor Marie-Laure Delie: «Sie ist sehr torgefährlich, geht gern in die Tiefe, legt aber auch mal einen Ball ab.»

Verband: Frankreich holt auf

Die Entwicklung des Frauenfussballs im DFB nahm mit dem Gewinn des EM-Titels 1989 so richtig Fahrt auf. So ist bezüglich Mitgliederzahlen Deutschland seinem südwestlichen Nachbarn um Längen voraus: 1,095 Millionen vs. 83'000.

«  Wir sind Weltranglistendritter. Das ist gut, aber es ist nichts im Vergleich zu den deutschen Erfolgen. »

Jessica Houara D'Hommeaux
Verteidigerin bei Frankreich

Allerdings rüstet die «Grande Nation» mit Blick auf seine Heim-Weltmeisterschaft im Jahr 2019 auf. Seit dem letzten WM-Turnier stieg die Zahl der Lizenzierten um markante 35 Prozent an. Auch leistungsmässig konstatiert Frankreichs D'Hommeaux eine Annäherung. Gleichwohl stellt sie fest: «Deutschland ist eine Dampfwalze.»

Die Wege in den Viertelfinal


DeutschlandFrankreich
1. Gruppenspiel
10:0 gg. Elfenbeinküste
1:0 gg. England
2. Gruppenspiel1:1 gg. Norwegen
0:2 gg. Kolumbien
3. Gruppenspiel4:0 gg. Thailand
5:0 gg. Mexiko
Achtelfinal4:1 gg. Schweden
3:0 gg. Südkorea

Sendebezug: SRF zwei, sportlive, 21.06.15, 21:45 Uhr

Video «Fussball: Frauen-WM 2015, Achtelfinal Deutschland - Schweden» abspielen

Deutschland hat Schweden unter Kontrolle

2:55 min, vom 21.6.2015

Video «Fussball: Frauen-WM 2015 in Kanada, Achtelfinal, Frankreich - Südkorea» abspielen

Frankreichs leichtes Spiel gegen Südkorea

1:41 min, vom 22.6.2015

TV-Hinweis

TV-Hinweis

Verfolgen Sie den 1. Viertelfinal zwischen Deutschland und Frankreich am Freitag ab 21:50 Uhr live auf SRF zwei, im Stream auf srf.ch/sport sowie im Liveticker.