Dickenmann: «War von mir selbst enttäuscht»

Lara Dickenmann ist der grösste Name im Schweizer Frauenfussball. An der WM in Kanada wurde die Krienserin ihrem Renommee bisher aber noch nicht vollends gerecht.

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Dickenmann: «Für mich kann es nur noch besser werden»

3:11 min, vom 20.6.2015

Eigentlich hat Lara Dickenmann schon alles erlebt und erreicht, was es für eine Fussballerin zu erleben und erreichen gibt. Sie gewann unter anderem zweimal die Champions League und 7 Mal die französische Meisterschaft. Das Wörtchen «eigentlich» aber verrät - es gibt auch für eine routinierte Spielerin wie die Krienserin noch fussballerisches Neuland.

«  Die WM ist ein emotionales Auf und Ab »

Lara Dickenmann

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Voss-Tecklenburg: «Lara wird ein tolles Spiel machen»

1:25 min, vom 20.6.2015

Dieses betrat Dickenmann bei der WM in Kanada. Zum ersten Mal vertritt sie nicht die Klub-, sondern die Landesfarben auf der grossen Fussballbühne: «Es ist eine sehr spannende Erfahrung für mich, ein emotionales Auf und Ab. Ich versuche, möglichst viel von der Zeit hier zu profitieren.»

Im Schweizer Nationalteam gehört Dickenmann zu den unumstrittenen Leaderinnen. Auf und neben dem Platz ist sie eine unverzichtbare Stütze für die Nationaltrainerin Martina Voss-Tecklenburg: «Sie hat ja ein wahnsinniges Standing im Team, bei allen Spielerinnen. Auch die vielleicht etwas schwierigeren Charaktere hören auf sie. Ich nutze das auch sehr gerne und sage ihr ab und zu, dass sie mit der einen oder anderen Spielerin das Gespräch suchen soll.»

«  Lara hat ein wahnsinniges Standing im Team »

Martina Voss-Tecklenburg
Nationaltrainerin

Den Anspruch, eine Führungsspielerin zu sein, hat nebst der Trainerin nicht zuletzt auch Dickenmann selbst. Auf dem Platz konnte sie diesem - auch wegen ihrer Adduktorenprobleme - an der WM noch nicht vollends gerecht werden: «Nach dem Kamerun-Spiel war ich sehr enttäuscht von mir selbst. Ich hätte die Leaderrolle übernehmen müssen und wollte dies auch. Aber es ging einfach nicht. Jetzt habe ich aber eine neue Chance, dies gegen Kanada zu ändern. Für mich kann es eigentlich nur noch besser werden.»

Offene Worte einer Spielerin, die ihr Team mit Kanada auf Augenhöhe sieht. «Es ist wichtig, dass jetzt jede Spielerin diesen ‹dead-or-alive›-Gedanken im Kopf hat», schwört Dickenmann ihre Teamkolleginnen auf die K.o.-Phase ein. Das mag zunächst vielleicht etwas martialisch klingen, aber in erster Linie klingt es vor allem nach einer Führungsspielerin.

Sendebezug: SRF zwei, sportlive, 16.06.15, 22:35 Uhr.