Doppelt enttäuschender WM-Start für Michel

Die knappe Niederlage zum WM-Auftakt gegen Japan war bitter für die mutig aufspielenden Schweizerinnen. Für Ersatzgoalie Stenia Michel startete das Turnier in Kanada damit gleich in zweierlei Hinsicht enttäuschend.

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Michel: «Muss es akzeptieren»

1:26 min, vom 9.6.2015

Auch am Morgen nach der 0:1-Niederlage gegen Japan war der Penalty dominierendes Thema. Nationaltrainerin Martina Voss-Tecklenburg ist nach schlafloser Nacht und Analyse der TV-Bilder weiter davon überzeugt, dass die Schiedsrichterin nicht zwingend hätte auf den Punkt zeigen müssen: «Ich verstehe, dass es unterschiedliche Perspektiven gibt, aber ich würde den Penalty nach wie vor nicht pfeifen.»

Goalies im Fokus

Es ist sicher so, dass die Meinungen über Gaëlle Thalmanns Intervention weit auseinander gehen. Aber irgendwie passt es halt doch, dass ausgerechnet eine Aktion des Schweizer Goalies für Gesprächsstoff sorgt. Die Nati-Keeper Thalmann und Stenia Michel standen bereits die letzten Tage im Fokus des medialen Interesses.

«  Man hat schon bei den taktischen Übungen gemerkt, wer im Tor stehen wird »

Stenia Michel
Ersatzgoalie

Erst am Samstagabend eröffnete der Trainer-Staff den beiden Goalies die Hierarchie für diese WM. Eine Entscheidung, die für Michel den Platz auf der Bank vorsieht: «Klar war das ein enttäuschender Moment. Aber wenn man nicht ganz blöd ist, hat man schon bei den taktischen Übungen gemerkt, wer im Tor stehen wird.»

Die Zürcherin vertrat Thalmann während deren Kreuzbandriss bravourös und machte sich entsprechende Hoffnungen, ihren Platz im Tor verteidigen zu können. «Es beschäftigt mich sicher, aber das muss ich nun ablegen und für die Nummer 1 da sein und sie unterstützen», übt sich Michel in Professionalität.

Negative Emotionen

Klarkommen mit negativen Emotionen: Eine Aufgabe, die es nicht nur für Michel, sondern für das ganze Nati-Kader zu bewältigen gilt. Ihren Frust über die knappe Niederlage gegen die Weltmeisterinnen pedalten sich die Stammspielerinnen heute im Fitnessraum ihres Hotels aus den Beinen. Auf dem Trainingsplatz standen nur die 11 Ersatzspielerinnen. Unter ihnen auch Stenia Michel, die alte und neue Nummer 2 des Schweizer Frauen-Nationalteams.

Sendebezug: SRF zwei, sportlive, 9.6.2015, 04:00 Uhr.