USA - Deutschland: Duell zweier Grossmächte

Der WM-Halbfinal zwischen den USA und Deutschland ist das Duell der beiden führenden Grossmächte im Frauen-Fussball. Es ist das Aufeinandertreffen zweier Erzrivalen, das Aufschluss auf die Frage gibt: Wer bleibt im Rennen um den 3. Stern?

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Das Halbfinal-Duell der Erzrivalen

3:01 min, aus sportaktuell vom 30.6.2015

Die hochkarätige Halbfinal-Affiche in Montreal kann auch wie folgt zugespitzt werden: Es misst sich die stabilste Abwehr (die USA kassierten erst 1 Gegentreffer)mit der besten Offensive des Turniers (Deutschland mit 20 Toren).

Personifiziert wird das Prunkstück der Amerikanerinnen, die Defensive, durch Goaliefrau Hope Solo. Die 33-Jährige liess in 5 WM-Partien erst ein Tor zu, ist seit 423 Minuten unbezwungen. «Dann wird es Zeit, dass sie noch eines kriegt», folgert DFB-Trainerin Silvia Neid mit einem Augenzwinkern.

Neid macht auf Understatement

Gemessen am Spektakel spielte sich das US-Team bislang eher unauffällig durchs Turnier. Es zeichnete sich wohl durch einen unbändigen Einsatz aus, sein gefürchteter Angriffswirbel scheint aber etwas abgeebbt zu sein. Die deutsche Torhüterin Nadine Angerer widerspricht diesem Eindruck und warnt: «Da kommt ein geballter ICE auf uns zugerast.»

«  Da kommt ein geballter ICE auf uns zugerast »

Nadine Angerer

Deutschland hat gegen Frankreich im Herzschlag-Viertelfinal mit Penaltyschiessen viel Kraft verpufft, wird gemäss Neid dennoch «befreiter aufspielen». Die Begründung der 51-Jährigen: «Ich habe schon immer gesagt, dass der Halbfinal für mich ein grosser Erfolg ist. Jetzt spielen wir nicht gegen irgendwen, sondern gegen die USA, wir geben alles und schauen, was dabei herauskommt. Das ist dann Zugabe.»

Der Stachel sitzt noch immer tief

Freilich steckt mehr Brisanz dahinter als die Bundestrainerin einräumt. Denn nur der Sieger verbleibt im Rennen um den 3. WM-Stern.

«  Die USA waren damals haushoher Favorit. Die Niederlage bei der eigenen WM hat ihnen wehgetan. »

Silvia Neid

Porträtaufnahme von Silvia Neid, die sich mit dem rechten Zeigefinger am Nasenrücken kratzt.

Bildlegende: Silvia Neid War 2003 beim 3:0-Halbfinal-Sieg bereits als Co-Trainerin dabei. Keystone

Die USA, die 1991 und 1999 den Titel errangen, dürsten geradezu danach, an ihre Glanzzeiten anknüpfen zu können. Deutschland gelang in den Jahren 2003 und 2007 die Wachablösung. An diese haben die Amerikanerinnen noch immer schmerzhafte Erinnerungen. Denn vor 12 Jahren hatten sie in Portland mit dem 0:3 im Halbfinal eine bittere Pille zu schlucken. Nicht ungern wärmt Neid diese Geschichte nochmals auf: «Die USA waren haushoher Favorit. Die Niederlage bei der eigenen WM hat ihnen wehgetan.»

Es war dies damals einer von bislang nur 6 Ausrutschern der US-Girls gegen Erzrivale Deutschland. Die Gesamtbilanz weist 20 Siege in bislang 32 Länderspielen aus. Am Mittwoch im Halbfinal zählt aber nur die Gegenwart.

Die Wege in den Halbfinal


USADeutschland
1. Gruppenspiel
3:1 gg. Australien
10:0 gg. Elfenbeinküste
2. Gruppenspiel0:0 gg. Schweden
1:1 gg. Norwegen
3. Gruppenspiel1:0 gg. Nigeria
4:0 gg. Thailand
Achtelfinal2:0 gg. Kolumbien
4:1 gg. Schweden
Viertelfinal
1:0 gg. China
5:4 n.P. gg. Frankreich

Sendebezug: SRF zwei, sportlive, 26.06.2015 21:50 Uhr

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USA mit knappem Sieg, aber grosser Überlegenheit

2:44 min, vom 27.6.2015

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Deutschland mit besserem Ende im Penalty-Krimi

4:23 min, vom 27.6.2015

Warten auf die Bundeskanzlerin

Für den Halbfinal müssen sich die DFB-Spielerinnen mit einem Gruss aus der Ferne von Angela Merkel begnügen. Die Bundeskanzlerin wird der Trainerin eine SMS schreiben. Für ein allfälliges Endspiel möchte Merkel aber nach Vancouver reisen.

TV-Hinweis

TV-Hinweis

Verfolgen Sie den 1. WM-Halbfinal zwischen den USA und Deutschland in der Nacht auf Mittwoch ab 00:45 Uhr live auf SRF zwei.