WM-Favorit Japan eingetroffen

Als letzter Schweizer Gruppengegner ist Japan in Vancouver angekommen. Die Titelverteidigerinnen reisen mit grossen Ambitionen ans WM-Turnier.

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Die Ankunft der Japanerinnen in Kanada

3:16 min, aus sportaktuell vom 2.6.2015

In und rund um Vancouver leben über eine halbe Million Asiaten - ein entsprechend grosser Rummel durfte erwartet werden, als die Japanerinnen am Vancouver International Airport ankamen.

«Schweizerinnen sind alle so gross»

Nun ja, wirklich mehr Fans als bei der Ankunft der Schweizerinnen waren dann aber doch nicht auszumachen. Einzig die Anzahl an Journalisten liess erahnen, dass hier ein Schwergewicht des Frauenfussballs gelandet ist.

20 Schreiberlinge und Fernsehreporter aus verschiedenen Ländern warteten geduldig auf die Titelverteidigerinnen, die im ersten Gruppenspiel auf die Schweiz treffen. Unter ihnen auch Yukitoshi Nishi vom Fernsehsender Nippon Hoso Kyokai. Der Sportreporter zeigte sich beeindruckt von Japans Gruppengegner: «Die Schweiz ist physisch sehr stark, die Spielerinen sind alle so gross.»

Klein aber...

Und tatsächlich: Sieht man die Japanerinnen ihre grossen Koffer durch die Ankunftshalle schieben, wird deutlich, dass die Schweiz im Auftaktmatch physisch überlegen sein dürfte. Auf diesen Vorteil verlassen kann sich das Team von Martina Voss-Tecklenburg aber nicht. Das mussten 2011 schon Deutschland und die USA schmerzlich erfahren.

Japanerinnen feiern WM-Titel

Bildlegende: Überraschungs-Coup 2011 holten die Japanerinnen ihren ersten WM-Titel. Imago

Dank ihren technischen Fähigkeiten, ihrer Wendigkeit und grossen Laufbereitschaft besiegten die Japanerinnen vor 4 Jahren die zwei Top-Favoriten und holten sich überraschend den WM-Pokal.

Selbstbewusstsein getankt

«Klar haben wir nun mehr Druck als damals. Aber wir wollen das Turnier geniessen und ich bin überzeugt, dass wir den Titel holen können», gibt sich Captain Aya Miyama selbstbewusst. Dieser Glaube an die eigenen Stärken ist in den letzten Jahren dank internationaler Erfolge gewachsen. Ein Jahr nach dem WM-Titel holte sich Japan Silber bei Olympia und seit 2014 darf sich das Team auch erstmals Asienmeister nennen.

Ein Erfolgsgarant: Die Kontinuität im Kader. Seit dem Überraschungs-Coup von vor 4 Jahren hat sich das Team nur marginal verändert. Somit hat beinahe das ganze WM-Kader den Aufschwung der «Nelken», wie das Team in Japan genannt wird, miterlebt.

Nicht auf Kunstrasen vorbereitet

Ihr Selbstbewusstsein geht gar soweit, dass es die Japanerinnen nicht für nötig hielten, sich speziell auf Kunstrasen vorzubereiten. In Vancouver werden sie zum ersten Mal auf der künstlichen Unterlage trainieren. «Das wird für uns kein Problem sein», meint Stürmerin Yuki Ogimi lapidar. Es ist offensichtlich: Japan strotzt nur so vor Selbstvertrauen. Ob zurecht oder nicht, zeigt sich ein erstes Mal am 9. Juni beim Spiel gegen die Schweiz.

Sendebezug: SRF zwei, sportpanorama, 31.5.15, 18:15 Uhr