Das Luxusproblem des Joachim Löw

Bastian Schweinsteiger oder Sami Khedira? Oder beide? Der deutsche Bundestrainer Joachim Löw hat vor der Achtelfinal-Partie gegen Algerien die Qual der Wahl, wen er im Mittelfeld auflaufen lassen soll.

Schweinsteiger ballt die Faust.

Bildlegende: Der Sieger im internen Duell? Bastian Schweinsteiger und Sami Khedira kämpfen um den Platz in der Startaufstellung. Reuters

Gegen Portugal und Ghana liess Joachim Löw Sami Khedira von Beginn weg ran, gegen die USA startete der zu Beginn der WM noch angeschlagene Bastian Schweinsteiger. Wen er in der 1. K.o.-Partie gegen Algerien bringen wird, will Joachim Löw «situativ oder aus dem Bauch heraus» entscheiden.

Löw: «Sie können auch beide spielen»

«Schauen wir mal. Beide machen im Training einen guten Eindruck. Sie können beide die Aufgabe erfüllen», sagte Löw. Der 54-Jährige betonte, dass grundsätzlich auch beide zusammenspielen könnten. Davon ist gegen die Nordafrikaner aber nicht auszugehen, da neben Captain Philipp Lahm nur noch ein Platz in der Zentrale frei ist.

Und es gibt nicht wenige, die wieder einen von Schweinsteiger angeführten Bayern-Block im Mittelfeld der deutschen Nationalmannschaft mit dem gesetzten Lahm und Toni Kroos bevorzugen würden. Khedira wäre das prominente «Opfer».

Schweinsteiger konnte überzeugen

Dabei war der 27-Jährige trotz seiner monatelangen Verletzungspause wegen eines Kreuzbandrisses mit grossen Ambitionen zur WM nach Brasilien angereist. Rückenwind hatte Khedira auch noch der Champions-League-Triumph mit Real gegeben. Doch den Schwung konnte er nicht mitnehmen. Bei seinen Einsätzen gegen Portugal und Ghana konnte Khedira die tragende Rolle nicht ausfüllen.

Ganz anders Schweinsteiger bei seinem Kurzeinsatz gegen Ghana und beim Duell gegen die USA: Der 29-Jährige untermauerte sofort seinen Führungsanspruch, war präsent, ballsicher und gab den Takt vor. Zudem harmonierte der Bayern-Star mit seinen Klubkollegen Lahm und Kroos prächtig.

Diskussionen im Team

Torhüter Manuel Neuer sprach sich für eine Blockbildung gegen Algerien aus. Es sei «kein Nachteil, wenn Spieler zusammenspielen, die sich aus dem Klub kennen. Die Automatismen funktionieren». Auch Kroos warb offen für die Bayern-Variante: «Man hat ja gesehen, dass wir gut harmonieren.»

Nur Lahm wollte keine Diskussion entfachen und äusserte sich deshalb diplomatisch. Es könnten auch Leute «gut zusammenspielen, die aus unterschiedlichen Klubs kommen. Das hat die Vergangenheit ja gezeigt», betonte der Captain.

Sendebezug:SRF zwei, FIFA WM 2014 Preview, 30.06.2014, 12:00 Uhr

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Vorschau Deutschland - Algerien

3:40 min, aus FIFA WM 2014 live vom 30.6.2014

TV-Hinweis

TV-Hinweis

Sie können die Achtelfinal-Partie zwischen Deutschland und Algerien ab 21:35 Uhr live auf SRF zwei oder hier im Livestream mitverfolgen.