Deutschland: Ein 6:1 und Sorgenfalten

Mit einem Kantersieg gegen Armenien hat sich die deutsche Nationalelf von ihren Fans nach Brasilien verabschiedet. Die Verletzung von Marco Reus trübte die Party indes nachhaltig.

Klose bejubelt seinen Rekordtreffer - Reus hält sich den verletzten Knöchel.

Bildlegende: Freud und Leid Klose bejubelt seinen Rekordtreffer - Reus hält sich den verletzten Knöchel. Keystone/EQ Images

Grund zur Freude gab es am Freitagabend in Mainz genug: Das Schlussresultat von 6:1 gegen die bescheidenen Armenier stimmte, die Zuschauer klatschten euphorisch. Die letzten 20 Minuten waren gar mitreissend gewesen und hatten in 5 Toren gegipfelt. Lukas Podolski brachte nach seiner Einwechslung viel Schwung in die Partie. Und Miroslav Klose ist nach seinem 69. Tor im Nationaltrikot nun alleiniger Rekordtorschütze.

Schub für die WM

Bayern-Spieler Philipp Lahm sagte denn auch zufrieden: «In der 2. Halbzeit haben wir gezeigt, was in uns steckt.» Und Trainer Joachim Löw gab zu Protokoll, dass man sich von den Fans unbedingt mit einem Sieg hätte verabschieden wollen. «Das haben wir erreicht.» Mehr noch: Die Mannschaft sei mit Applaus verabschiedet worden und das tue dem Team gut. «Das kann nochmal einen Schub geben», so Löw.

Podolski brachte Schwung

Klose, der mit seinem Kopfballtreffer zum 4:1 Gerd Müller überflügelte, sprach davon, dass ihm dieser Rekord zwar viel bedeute. «Viel wichtiger war für mich aber, in Form zu kommen.» Einen guten Eindruck hinterliess auch Lukas Podolski, der kurz vor der Pause für den verletzten Marco Reus eingewechselt wurde. In der 2. Halbzeit bildete er zusammen mit André Schürrle eine gefährliche Flügelzange. Beide schossen ein Tor.

Reus' Verletzung und lange kein Tempo

Alles in Butter also - könnte man meinen. Mitnichten. Der verletzungsbedingte Ausfall von Reus trübte die Party in Mainz nachhaltig. Am Samstag dann die Hiobsbotschaft: Der BVB-Offensivspieler fällt für die WM aus.

Auch taten sich die Deutschen gegen ultra-defensive Armenier fast eine Stunde lang sehr schwer. Zwingend wurde die feldüberlegene Heimelf selten. Viele Zuspiele landeten in den Füssen des Gegners oder im Aus. «In der 1. Halbzeit hätten wir mehr Tempo machen können», kritisierte Verteidiger Mats Hummels.

In Brasilien wartet Arbeit

Bis zum 100. WM-Spiel der deutschen Geschichte am 16. Juni gegen Portugal gibt es also noch einiges zu tun. Löws Kader ist indes hochklassig genug, um in Brasilien für Furore zu sorgen. Und eine Turnier-Mannschaft war Deutschland ohnehin schon immer.