Diaz: In Basel Mitläufer - mit Chile Dauerläufer

Er ist nicht nur der bisher erfolgreichste Super-League-Akteur an dieser WM, sondern auch der lauffreudigste Spieler überhaupt: Marcelo Diaz. Die Qualitäten des Strategen zweifelt in Chile niemand an. Beim FC Basel war der 27-Jährige unter Murat Yakin aber nicht immer erste Wahl.

Marcelo Diaz am Ball

Bildlegende: Dreh- und Angelpunkt im chilenischen Spiel Marcelo Diaz. Reuters

Dieser statistische Wert lässt aufhorchen: Marcelo Diaz war gemäss FIFA-Angaben in den ersten beiden Spieltagen des Turniers der lauffreudigste aller WM-Spieler. Mit 25,3 abgespulten Kilometern liess er auch den US-Amerikaner Michael Bradley hinter sich (24,9). Ähnliche Rekordwerte hatte Diaz bereits in der letztjährigen CL-Gruppenphase aufgewiesen.

«Nach den härtesten Trainings geht der nochmals aufs Velo», liess sich FCB-Sportdirektor Georg Heitz zitieren. Heitz gibt aber auch zu: «In der FCB-Hierarchie steht Diaz weiter unten als im chilenischen Team.»

Diaz in Chile ein Star

Dass Diaz am Tag vor dem 2:0-Sieg gegen Spanien Coach Jorge Sampaoli zur Medienkonferenz im Maracana-Stadion begleitete, war kein Zufall. Das Vertrauen zwischen den beiden ist seit der gemeinsamen Zeit bei Universidad unerschütterlich. Diaz kommt im Nationalteam eine Sonderrolle zu. Für chilenische Experten steht er auf Augenhöhe mit Alexis Sanchez und Arturo Vidal. Vergleiche mit Spaniens Xavi werden immer wieder bemüht.

Als er vor 2 Jahren von Universidad de Chile zum FC Basel wechselte, war Diaz in seiner Heimat längst ein Star. Der Schritt ins europäische Ausland nach 4 Meistertiteln schien logisch. Für rund 4 Millionen Franken soll sich der FCB seine Dienste gesichert haben. Glücklich wurde Diaz aber am Rheinknie (noch) nicht. Die Differenzen mit Ex-Coach Murat Yakin wurden offenkundig, als dieser ihn nach der roten Karte im EL-Spiel in Valencia öffentlich kritisierte und im darauffolgenden Spiel in Sion auf die Ersatzbank beorderte. Nur 19 SL-Spiele absolvierte Diaz in der letzten Saison.

Zukunft beim FCB offen

Es scheint deshalb wahrscheinlich, dass beim FCB in diesem Sommer Angebote für Diaz eingehen werden. In einem Interview mit der Basler Zeitung liess er seine Zukunft offen: «Im Moment denke ich nur an Chile, nicht an Basel. Wir werden sehen. Im Moment weiss ich es wirklich noch nicht.» Vielleicht hält der neue FCB-Trainer Paulo Sousa, der als Spieler eine ähnliche Position einnahm, Diaz von einem Wechsel ab.

Noch konzentriert sich der 1,66m kleine Techniker voll und ganz auf die WM. «Wir sind nicht die Talentiertesten, aber wir haben eine Qualität: Wir spielen mit dem Herzen», twitterte der Chilene.

Sendebezug: SRF zwei, FIFA WM 2014 live vom 14./19. Juni (00:00/21:00 Uhr)

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Chile-Australien: Die Highlights

3:47 min, aus FIFA WM 2014 live vom 14.6.2014

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Zusammenfassung Spanien - Chile

4:01 min, aus FIFA WM 2014 live vom 19.6.2014

TV-Hinweis

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Verfolgen Sie das Spiel um den Sieg in der Gruppe B zwischen Chile und der Niederlande am Montag ab 18:00 Uhr auf SRF zwei und hier im Livestream.