Ein Sieg ohne Glanz für Belgien

Nach zwei verpassten Endrunden kehrt Belgien in Brasilien auf die WM-Bühne zurück und wird als Geheimfavorit gehandelt. Der letzte Test gegen Tunesien (1:0) rechtfertigt diese Einschätzung nicht. Die «Roten Teufel» zeigten dabei aber auch nicht ihr wahres Gesicht.

Nacer Chadli und Selim Ben Djemia im Duell.

Bildlegende: Nicht hoch hinaus Belgien hielt sich im letzten Test eher zurück, hier Nacer Chadli (r.) im Duell mit dem Tunesier Selim Ben Djemia. Keystone

Wenn ein Hagelsturm, der einen 45-minütigen Unterbruch nach sich zog, auch nach dem Abpfiff das dominierende Thema bleibt, sagt das viel über die Qualität des Spiels aus. Tatsächlich boten die Belgier in ihrer WM-Generalprobe wenig Gehaltvolles. Dank Dries Mertens Erlösung (89.) zitterten sie sich gegen dezimierte Tunesier zu einem 1:0-Minisieg.

Nationalcoach Marc Wilmots nahm diesen zwiespältigen letzten Eindruck in Kauf und schonte einige seiner besten Kräfte. Wolfsburg-Angreifer Kevin De Bruyne war der prominenteste Abwesende.

Die Wand der Tunesier

Für die magere Leistung in der Offensive hatte Wilmots eine weitere Erklärung. «Wir haben zum ersten Mal gegen eine 5-Mann-Verteidigung gespielt. Es kam uns vor, als würden wir gegen eine Wand anrennen», sagt der 45-Jährige. Der 70-fache Internationale hatte beim letzten WM-Spiel Belgiens im Sommer 2002 noch selbst auf dem Feld gestanden.

Es sei unwahrscheinlich, dass die Gegner an der WM hinten ebenfalls so kompakt formiert seien. So rechnet Wilmots im Auftaktspiel am 17. Juni eher mit einem offensiv eingestellten Algerien. In der Gruppe H treffen die Belgier zudem auf Russland und Südkorea.

Der Ratschlag von Leekens

Zum Schluss gab auch noch Georges Leekens, der als Belgier Tunesien coacht, eine Prognose ab. «Ich bin ein stolzer Belgier, und wir stellen an der WM ein starkes Team. Aber ich denke, dass die Jungs gut damit beraten sind, im Achtelfinale Deutschland aus dem Weg zu gehen.»

Kurze Pause für Lukaku

Der eingewechselte Star-Angreifer Romelu Lukaku humpelte gegen Tunesien mit einem grossen Bluterguss kurz vor Schluss schon wieder vom Rasen. «Es sei schmerzhaft, aber nach Angaben der Ärzte handle es sich um keine ernste Verletzung», sagte Belgiens Nationalcoach Marc Wilmots. Er hoffe nun, dass 3 oder 4 Tage Ruhe die gewünschte Besserung bringen.