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FIFA WM 2014 Elfmeterheld Krul: «Das ist nicht normal»

Er stand nur wenige Minuten auf dem Spielfeld. Doch dieser Einsatz dürfte nicht so schnell in Vergessenheit geraten. Denn Ersatzkeeper Tim Krul sicherte den Niederlanden mit zwei gehaltenen Elfmetern den Halbfinal-Einzug.

Vom Elfmeterpunkt aus zeigen sich die Niederländer an der WM-Endrunde in Brasilien äusserst abgezockt - und diese Eigenschaft brachte ihnen nun bereits die zweite Siegsicherung im zweiten K.o.-Spiel.

Nachdem Klaas-Jan Huntelaar im Achtelfinal aus 11 Metern die Partie gegen Mexiko in der 4. Minute der Nachspielzeit entschieden hatte, bewiesen gegen Costa Rica nun alle 4 Schützen im Elfmeterschiessen grosse Nervenstärke. Zuvor hatte «Oranje» sein bislang einziges Penalty-Duell an einer WM verloren (1998 im Halbfinal gegen Brasilien).

Anormal, bizarr und fantastisch

Torhüter und Matchwinner Tim Krul - erst in den letzten Sekunden der Verlängerung von Trainer Louis van Gaal eingewechselt - konnte sein Glück kaum fassen: «Das ist nicht normal. Auf der Bank war es ganz schlimm, mit ansehen zu müssen, wie wir Chance um Chance vergeben haben. Dann halte ich zwei Elfmeter - das ist ein Jugendtraum, der wahr geworden ist», so der Keeper von Newcastle United, der gewusst hatte, dass er bei einem allfälligen Elfmeterschiessen zum Einsatz kommen wird.

Auch Teamkollege Robin van Persie, der in den 120 Minuten mehrere Chancen vergeben hatte, zeigte sich begeistert: «Das ist bizarr. Der Wechsel am Ende war genial. Jeder weiss, dass Tim stark beim Elfmeterhalten ist. Er hat zweimal fantastisch reagiert.»

Stolzer Pinto, stolzer Van Gaal

Die Gefühlslage bei Kruls Antipode, Keylor Navas, war selbstredend diametral verschieden. «Wir sind enttäuscht. Wir haben stark gekämpft und alles gegeben. Deshalb können wir erhobenen Hauptes den Platz verlassen.» Auch betonte der überragend parierende Schlussmann Costa Ricas, dass sein Team an dieser WM kein Spiel nach der regulären Spielzeit verloren habe. «Das sagt alles über unsere Mannschaft aus.»

Auch Trainer Jorge Luis Pinto war stolz und sprach von einem «brillanten Spiel meiner Mannschaft. Wir waren grossartig. Am Ende hat uns nur etwas das Glück gefehlt.» Bondscoach Van Gaal sah ein «spannendes» Spiel. Und sein Schachzug mit der Torhüterrochade? «Darauf bin ich schon ein klein wenig stolz.»

Sendebezug: SRF zwei, FIFA WM 2014 live, 05.07.14 22:00 Uhr

Legende: Video Niederlande - Costa Rica: Das Penaltyschiessen abspielen. Laufzeit 6:49 Minuten.
Aus FIFA WM 2014 live vom 06.07.2014.

13 Kommentare

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  • Kommentar von marianne, buch
    Für mich sind die Costa Rica-Fussballer die Helden. Vor allem Keylor Navas, der nun alles gehalten hat, was es zu halten gab. Das Auftreten von Krul und sein Gebaren sind für mich nicht heldenhaft, auch wenns für die Niederlande den Sieg bedeutet.
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    1. Antwort von B. Küng, Biel
      Marianne, Sportler, egal welche Sportart und egal aus welchem Land, sind NIEMALS Helden. Das ist ein Missbrauch dieses Begriffs. Helden sind einzig und allein Menschen, die unter Gefährdung des eigenen Lebens Menschenleben retten. Alles klar?
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  • Kommentar von Valentin Vieli, Wald
    Ein Torhüterwechsel kurz vor dem Elfmeterschiessen ist legitim. Nur hätte der Schiri zwingend schon bei der ersten verbalen Attacke am Elfmeterpunkt dem Holländer Goalie Krul zwingend für diese Unsprtlichkeit die gelbe Karte zeigen müssen. Auf der Torlinie kann er Faxen und Ruderbewegungen machen, soviel er will. Hätte, wäre, wenn sind überflüssig, ich denke, Krul hätte so den Schiri verstanden und wäre immer direkt auf die Torlinie zugelaufen. Andernfalls wäre die Regel klar: 2x gelb = rot
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  • Kommentar von paul peter, st.gallen
    Die niederländer wurden am elfmeterpunkt abgezockt? Wie meinen sie das?
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