Gruppe H: Belgiens Rasselbande vor dem Aufwärmprogramm

In der eher schwach besetzten Gruppe H ragen die «Roten Teufel» heraus. Die neue Generation Belgiens ist so hochklassig, dass ihr das Etikett «Geheimfavorit» anhaftet. Um den 2. Achtelfinal-Platz duellieren sich Russland und Südkorea, die Algerier geniessen kaum Kredit.

Die Rückblende auf die WM 2002 ist bei 3 Teams aus der Gruppe H mit positiven Erinnerungen verbunden. Belgien und Russland konnten sich in jenem Jahr zum bisher letzten Mal auf der Bühne des Weltfussballs präsentieren. Südkorea verblüffte als Co-Gastgeber mit dem 4. Rang. 12 Jahre später sind die Aussichten komplett unterschiedlich.

Belgien will das Versprechen einlösen

Das belgische Team und mit ihm 11 Millionen Einwohner dürsten nach Erfolg. Der 4. Rang bei Olympia 2008 war seit vielen Jahren das rare Highlight. Neue Hoffnungen hat die WM-Qualifikation geweckt: Die «Roten Teufel» sind leichtfüssig durch die Kampagne marschiert und blieben bei einem Torverhältnis von 18:4 ungeschlagen. Das Team von Trainer Marc Wilmots scheint perfekt ausbalanciert zwischen Offensivspiel und Stabilität, viele versprechen sich deshalb Glanztaten von ihm. Mit 11 Spielern aus der Premier League, etwa dem furiosen Flügelstürmer Eden Hazard (Chelsea) oder Captain Vincent Kompany (Manchester City), sind die Belgier hochkarätig besetzt. Ihr Marktwert wird auf 350 Millionen Euro beziffert. Und mit 25 Jahren und 11 Monaten stellen sie die drittjüngste Mannschaft in Brasilien. Ihr Markenzeichen: siegeshungrig.

Russland will ohne Legionär überraschen

Hinter die effektive Leistungsstärke der Russen ist ein Fragezeichen zu setzen - auch deshalb, weil die «Sbornaja» auf keinen einzigen Legionär zurückgreift und unbekannte Spieler im Kader hat. Der letzte Eindruck bei der EM 2012 war mit dem Vorrunden-Out enttäuschend. Doch mit der Ankunft von Trainerlegende Fabio Capello konnte sich das Team stabilisieren. Deshalb ist dem kommenden Gastgeber bei seinem Comeback auf der WM-Bühne der Vorstoss in den Achtelfinal zuzutrauen.

Südkorea will mehr als nur Dauerbrenner sein

Südkorea verpasste seit 1986 keine Endrunde. Nebst dem Exploit an der Heim-WM 2002 haben die Asiaten bei 8 Teilnahmen aber nur ein weiteres Mal die Gruppenphase überstanden (2010). Diese mässige Bilanz wollen sie nun aufpolieren und vertrauen dabei auf Trainer Hong Myung-Bo. Der Rekord-Nationalspieler war 2002 Captain der bislang erfolgreichsten Auswahl. Bei seiner ersten Mission als Coach resultierte 2012 an den Sommerspielen die Bronzemedaille. In diesem Jahr gewannen die Südkoreaner erst 2 von 6 Partien und verpatzten die Generalprobe gegen Ghana mit 0:4.

Algerien will ein Tor bejubeln

Für das stark verjüngte und weitgehend unerfahrene Nationalteam Algeriens wäre nur schon ein Tor auf dem Konto eine Genugtuung. Denn seit 481 WM-Minuten und dem 1:1 am 3. Juni 1986 gegen Nordirland warten die «Wüstenfüchse» auf einen Torerfolg an einer Endrunde. Warm geschossen haben sie sich in der Schweiz, wo sie die Vorbereitung absolvierten.

TV-Hinweis

TV-Hinweis

Verfolgen Sie das 1. WM-Spiel der Gruppe H zwischen Belgien und Algerien am Dienstag, 18:00 Uhr auf SRF zwei und im Livestream. Die Partie zwischen Russland und Südkorea folgt um Mitternacht.