England 1966: Wembley-Tor und Applaus für Eusebio

Die WM 1966 in England wird für immer mit dem legendären Wembley-Tor verbunden sein, das den Final zwischen dem Gastgeber und Deutschland entschied. Doch das Turnier hatte mehr zu bieten - unter anderem einen handfesten Schweizer Skandal.

Mit einem 4:2-Sieg nach Verlängerung gewann England den Final gegen Deutschland im ausverkauften Wembley-Stadion. Für das «Mutterland» des Fussballs blieb es der bislang einzige WM-Titel der Geschichte.

Das Wembley-Tor

Das «Wembley-Tor» zum 3:2 leitete Englands Finalsieg ein. ln der 101. Spielminute schoss Geoff Hurst aufs Tor, der Ball knallte von der Latte auf die Linie, überquerte diese jedoch nicht in vollem Umfang. Der Schweizer Schiedsrichter Gottfried Dienst gab den Treffer nach Rücksprache mit Linienrichter Tofiq Bahramow dennoch.

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Eusebio trifft gegen Brasilien

0:11 min, vom 28.5.2014

Portugals Eusebio der beste Torschütze

Einer der ganz Grossen der Fussball-Geschichte sicherte sich in England mit 9 Treffern die Torjäger-Krone: Eusebio. Der aus Mosambik stammende Portugiese war auch Publikumsliebling. Als Portugal gegen die Gastgeber ausschied, wurde er vom englischen Publikum mit Beifall verabschiedet.

Köbi Kuhns «Nacht von Sheffield»

Die Schweiz blieb bei der 6. WM-Teilnahme ohne Punkt. Schon das erste Gruppenspiel gegen Deutschland ging 0:5 verloren. Nicht im Kader für dieses erste Spiel standen Köbi Kuhn, Werner Leimgruber und Leo Eichmann.

Die drei waren wegen eines nächtlichen Ausflugs intern gesperrt worden. Der Vorfall ging als «Nacht von Sheffield» in die Schweizer Fussball-Annalen ein. «Wir machten einen Spaziergang und hielten ein Auto an. Drin sassen zwei junge Frauen, und wir liessen uns im Quartier herumchauffieren», erinnert sich Kuhn.

«Überhaupt nichts passiert»

Der ehemalige Nati-Coach versichert aber: «Passiert ist nichts. Weder Alkohol noch sonst etwas.» Die Spieler wurden erwischt und mussten im 1. Spiel zuschauen. «Aus heutiger Sicht ist es eine lustige Episode», sagt Kuhn. «Damals war es das weniger.»

Topspieler, keine Punkte

Nach zwei weiteren Niederlagen im Hillsborough-Stadion (1:2 gegen Spanien, 0:2 gegen Argentinien) war die WM für die Schweiz, die immerhin mit den Legenden Kuhn, Karl Odermatt und Fritz Künzli angetreten war, vorbei. Das einzige Schweizer Tor erzielte der Sittener René-Pierre Quentin, Vater des späteren Nati-Spieler Yvan Quentin.

Resultate