Lionel Messi: Einer für alle – alle auf einen

Auf Lionel Messi lasten die Hoffnungen eines ganzen Landes. Er allein soll Argentinien zum dritten Titel führen. An einem guten Tag ist er dazu in der Lage – im Moment gibt seine Form aber vor allem Rätsel auf.

Lionel Messi läuft alleine vom Spielfeld

Bildlegende: Ihn hat das ganze Land im Blick Lionel Messi soll Argentinien nach 28 Jahren wieder über den WM-Titel jubeln lassen. Reuters

Lionel Messi hat Argentinien in der Vorrunde mit 4 Treffern zum Gruppensieg geschossen, obwohl er nicht besser spielte als seine Team-Mitglieder. Auch als die K.o.-Runde begann, war die Nummer 10 für ihre Verhältnisse noch immer eher unsichtbar. Tore schoss Messi keine mehr - den Treffer im Penaltyschiessen gegen die Niederlande ausgenommen. Dennoch erwartet jetzt eine ganze Nation, dass es der 27-Jährige im Final richten wird.

Ein Erlöser nach 28 Jahren

Am Sonntag könnte Messi den Traum seines Landes wahr werden lassen. Argentinien könnte sich versöhnen mit dem Wunderknaben, der schon lange eine Verheissung für das ganze Land ist. Der sein Talent aber noch nicht nutzen konnte, um den WM-Pokal heimzubringen. Argentinien wartet seit 28 Jahren auf den Titel. Und Messi soll es richten.

Ein Land wartet auf den Titel

Der Barcelona-Stürmer hat fast alles gewonnen: Dreimal die Champions League, viermal wurde er Weltfussballer des Jahres, 2008 holte er Olympia-Gold. Diego Maradona sagt über ihn, er sei der «beste Fussballer der Welt». Solange Messi jedoch den WM-Pokal nicht in die Höhe stemmen kann, wird er nicht aus dem Schatten Maradonas treten. Maradona hat sein Land berauscht. Messi noch nicht.

Alles hängt von einem ab

Vor 8 Jahren in Deutschland war Messi noch nicht so weit, dass er die Sehnsüchte hätte erfüllen können. Er war Teil des Teams, das im Viertelfinal gegen Deutschland ausschied. Vor 4 Jahren in Südafrika dann hätte er Argentinien zum Titel führen sollen – überdies mit Maradona als Trainer. Aber es ging wieder schief. Ebenfalls gegen Deutschland.

Messi und die Nationalmannschaft, das ist noch keine grosse Liebe. Xavi, in Brasilien entthronter Weltmeister und Mannschaftskollege bei Barcelona, berichtete erst vor kurzem, Messi sei oft «moralisch völlig am Boden», wenn er von der Nationalmannschaft zurückkomme. Er müsse sich dort «oft sehr viel Mist anhören». Wenn es nicht läuft, ist Messi der Schuldige. Auch an der WM 2014. Aber wenn er am Sonntag gewinnt, dann wird er zum Messias.

Sendebezug: SRF zwei, FIFA WM 2014 live, 09.07.14 22:00 Uhr.

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Lionel Messi nach der Vorrunde

2:27 min, aus FIFA WM 2014 live vom 29.6.2014

TV-Hinweis

TV-Hinweis

Das Vorprogramm zum Final zwischen der Deutschland und Argentinien beginnt am Sonntag um 19:00 Uhr auf SRF zwei. Die Partie ab 21:00 Uhr können Sie auch im Radio auf SRF 3 und im Livestream mitverfolgen.