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Schweizer Nationalmannschaft Di Maria schiesst die Schweiz ins Elend

Der Traum der Nati vom 1. WM-Viertelfinal seit 60 Jahren ist ausgeträumt. Die Schweizer unterlagen in Sao Paulo Argentinien in der Verlängerung mit 0:1. Angel Di Maria traf in der 118. Minute mit einem platzierten Schuss.

Legende: Video Spielbericht Argentinien - Schweiz abspielen. Laufzeit 5:03 Minuten.
Aus FIFA WM 2014 live vom 02.07.2014.

Dem entscheidenden Tor war ein Ballverlust von Stephan Lichtsteiner im Mittelfeld vorausgegangen. Angel Di Maria wurde von Lionel Messi lanciert und der Real-Spieler traf mit seinem insgesamt 12. Torschuss in dieser Partie aus halbrechter Position am machtlosen Diego Bengalio vorbei ins Netz.

Dzemailis Pfostenkopfball

Nach dem Gegentor in der 118. Minute hatte die Schweiz noch drei riesige Chancen auf ein Penaltyschiessen: Der eingewechselte Blerim Dzemaili traf mit einem Kopfball aus kurzer Distanz nur den Pfosten und sein «Nachschuss» ging knapp neben das Gehäuse - der Ball prallte von der Torumrandung an das Schienbein des Schweizers und von dort ins Out.

Legende: Video Dzemailis Pfostenkopfball abspielen. Laufzeit 0:31 Minuten.
Aus FIFA WM 2014 live vom 01.07.2014.

Und in der 124. Minute, mit der allerletzten Aktion des Spiels, scheiterte Xherdan Shaqiri mit einem Freistoss aus 17 Metern an der argentinischen Mauer. Mit dem WM-Out der Schweiz endet nach sechs Jahren auch die Ära von Trainer Ottmar Hitzfeld.

Zuerst die Nati...

In den regulären 90 Minuten hatten beide Mannschaften gute Möglichkeiten vergeben. Argentinien besass zwar 63 Prozent Ballbesitz, vorerst kamen aber nur die aufopfernd kämpfenden und gut eingestellten Schweizer dem 1:0 nahe. Xhaka nach einer schnell ausgeführten Ecke (28.) sowie Drmic mit einem schwachen Lob (39.) vergaben vor der Pause exzellente Chancen. Assistgeber war zweimal Shaqiri gewesen.

...dann der Gegner mit Möglichkeiten

Bevor die «Gauchos» gegen abbauende Schweizer nach rund einer Stunde das 1. Mal gefährlich wurden, standen auch Shaqiri und erneut Drmic einem Tor sehr nahe. Angesichts der guten Offensiv-Szenen ist der späte Gegentreffer umso bitterer für die Hitzfeld-Schützlinge.

Die Nati konnte dann aber zwischen der 59. und 78. Minute bei fünf argentinischen Chancen froh sein, dass sie sich überhaupt in die Verlängerung retten konnte. Dort wurde es vor Di Marias 1:0 nur einmal gefährlich: In der 109. Minute zwang der lange Zeit unglücklich kämpfende Offensivmann Benaglio mit einem Schuss zu einer Glanzparade.

Schweiz muss sich gedulden

Neun Minuten später wurde Di Marias Beharrlichkeit doch noch belohnt. Er alleine ging öfter in den Abschluss als die ganze Schweizer Mannschaft (11 Schüsse). Damit steht die «Albiceleste» an der WM zum 3. Mal in Folge im Viertelfinal, wo der Gegner Belgien heisst. Die Schweiz muss sich hingegen mindestens vier weitere Jahre auf den Sprung unter die letzten Acht gedulden.

Sendebezug: SRF zwei, FIFA WM 2014, 01.07.2014, 18:00 Uhr.

Legende: Video Die Live-Highlights abspielen. Laufzeit 6:09 Minuten.
Aus FIFA WM 2014 live vom 01.07.2014.

84 Kommentare

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  • Kommentar von Juha Stump, Zürich
    Wer so gute Chancen versiebt, muss leider damit rechnen, dass früher oder später ein Gegentor fällt. Wenigstens haben die Schweizer gezeigt, wie die Argentinier gepackt werden können und wie Messi weitgehend ausgeschaltet werden kann. Jetzt liegt es halt an unserer Schwesternation Belgien, das Versäumte nachzuholen. Schwesternation? Richtig: Etwa gleich gross, etwa gleich viele Einwohner, ebenfalls mehrsprachig und ebenfalls nur dank der Secondos zur Weltklasse aufgestiegen.
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  • Kommentar von Marlene Zelger, 6370 Stans
    Nach dem ersten Schock und der Enttäuschung habe ich mich beruhigt. Wieso trauern wir eigentlich der Niederlage der Schweizer so nach? In den Reportagen hört man kaum mehr Schweizer Namen. Unsere Nati setzt sich vor allem aus Migranten und Flüchtlingssöhnen zusammen, welche die Hymne nicht singen können. Die tollen CH Tore schossen verdankenswerterweise Shakiri und Seferovic. Aber alles in allem, unsere Burschen haben gezeigt, dass sie tschuten können.
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    1. Antwort von B. Küng, Biel
      Ja, Frau Zelger, ich hab's doch gewusst: jetzt wo sie verloren haben und ausgeschieden sind, sind die von Ihnen vorher so hochgejubelten Schweizer mit Migrationshintergrund halt nur noch gewöhnliche Migranten und Flüchtlingssöhne, die Ihre Hochachtung nicht mehr verdienen. Und nochmals: der 3fache Torschütze im Spiel gegen Honduras schreibt sich SHAQIRI.
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  • Kommentar von Michelle Stucker, Bern
    Die Sensation knapp verfehlt, wenige Zentimeter haben gefehlt. Das 1:1 lag auf dem Kopf, nicht hinein wollte der Ball in den Topf... Bittere Tränen sind geflossen, ach, wie hätten wir's genossen... Vor dem Fernseher haben wir zahlreich gezittert, half nichts, sind jetzt verbittert. Tapfer kämpften die Schweizer Krieger, in zwei Jahren kommen wir wieder!
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