Entscheidende WM-Spiele der Nati - eine turbulente Geschichte

Die Schweiz hat in der Neuzeit des Fussballs noch nie ein K.o.-Spiel an einer WM gewinnen können. Trotzdem sorgten die Partien mit Schweizer Beteiligung immer wieder für Diskussionsstoff. Ein Rückblick.

Marco Streller verbirgt das Gesicht in den Händen

Bildlegende: Grosse WM-Momente der Nati Vom Achtelfinal-Out 2006 (oben links) zum Sieg über Grossdeutschland 1938 (unten rechts). Keystone

Nein, von Erfolg gekrönt ist die Geschichte der Schweizer Nationalmannschaft in K.o.-Runden an Weltmeisterschaften bislang nicht gewesen. Für Gesprächsstoff und Superlative sorgte die Nati aber trotzdem in praktisch jeder Partie, bei der es ums Weiterkommen oder Ausscheiden ging.

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WM 2006: Achtelfinal-Out im Penaltyschiessen

1:34 min, vom 30.6.2014

Penalty-Drama gegen die Ukraine

In frischer, wenn auch schlechter Erinnerung ist der letzte Achtelfinal einer Schweizer Nati. 2006 in Deutschland traf die Schweiz nach einer starken Vorrunde auf die Ukraine. Ein schlagbarer Gegner, war man sich einig, eine grosse Chance für das Team von Köbi Kuhn. Was folgte, bezeichnen viele internationale Beobachter noch heute als schlechtestes WM-Spiel aller Zeiten.

Nach 120 quälend langweiligen Minuten ohne Tore und Torchancen musste das Penaltyschiessen über den Viertelfinal-Einzug entscheiden. Die Geschichte ist bekannt: Streller, Barnetta und Cabanas vergaben ihre Versuche; die Schweiz schied als erstes Team ohne Gegentor an einer WM aus und konnte als erste Mannschaft an einer WM in einem Penaltyschiessen keinen Elfmeter verwandeln.

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WM 1994: Schweiz - Spanien

1:26 min, vom 23.5.2014

Ohne Chance gegen Spanien

Weniger spektakulär verlief das Ausscheiden 12 Jahre zuvor. Dass die Schweiz 1994 in den USA bei ihrer ersten Endrunden-Teilnahme seit 28 Jahren die Vorrunde überstehen konnte, war schon ein schöner Erfolg.

In den Achtelfinals gegen Spanien war die Luft aber draussen; Bregy, Chapuisat, Pascolo und Co. blieben chancenlos und unterlagen 0:3.

Torreichstes Spiel aller Zeiten

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WM 1954: Viertelfinal Schweiz - Österreich

1:01 min, vom 18.2.2010

Wesentlich aufregender ist der Blick weiter zurück. An der Heim-WM 1954 überstand die Schweiz die Gruppenphase und traf als Favorit auf Österreich. In Lausanne führte das Team von Karl Rappan auch früh 3:0. Trotz des Vorsprungs und eines Hattricks von Seppe Hügi unterlag die Schweiz dem Nachbarn aber schliesslich 5:7 - bis heute das torreichste WM-Spiel aller Zeiten.

Der letzte Sieg an einem K.o.-Spiel der Schweiz ist 76 Jahre her. 1938 schlug das Rappan-Team Gross-Deutschland in Paris 4:2 – eine riesige Sensation zu dieser Zeit. Im Viertelfinal war dann Ungarn Endstation für die Schweiz. Vier Jahre zuvor, 1934 in Italien, setzte sich die Schweiz in den Achtelfinals gegen die Niederlande 3:2 durch, in den Viertelfinals war gegen die Tschechoslowakei Schluss.

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WM 1938: Schweiz besiegt Grossdeutschland

0:29 min, vom 28.5.2014

Und nun gegen Argentinien?

Die beiden Erfolge zählen indes nicht wirklich als Siege in einer K.o.-Runde, da davor keine Gruppenphase ausgespielt wurde und die WM direkt mit den Achtelfinals startete. Die Schweiz wartet im Prinzip in ihrer WM-Geschichte also noch immer auf einen «echten» Erfolg in einem K.o.-Spiel. Gegen Argentinien hat die Nati am Dienstag die nächste Chance zu diesem grossen Erfolg.

 

Sendebezug: SRF zwei, FIFA WM 2014 live, 25.06.14 18:00 Uhr/22:00 Uhr