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Schweizer Nationalmannschaft Hitzfeld: «Es hat nicht sollen sein»

Bei der Schweizer Nationalmannschaft ist die Enttäuschung nach dem unglücklichen Achtelfinal-Aus gegen Argentinien gross gewesen. Dennoch wussten die Schweizer Protagonisten, dass sie auf ihre Leistung stolz sein können.

Mit der unglücklichen Achtelfinal-Niederlage gegen den grossen Favoriten Argentinien ist auch Ottmar Hitzfelds beeindruckende Trainer-Karriere zu Ende gegangen. Im Interview kämpfte der scheidende Nationalcoach mit den Emotionen - wohl auch, weil am Montag sein älterer Bruder Winfried verstorben ist. Dies war erst kurz vor dem Spiel bekannt geworden.

Hitzfeld lobt sein Team

«Ich muss jetzt ein bisschen Trost spenden», blickte der Deutsche voraus. Jeder Spieler habe alles fürs Team und für die Schweiz gegeben. «Es war unglaublich spannend, die Mannschaft zeigte eine grossartige Leistung», lobte Hitzfeld sein Team. Dennoch musste er eingestehen, dass auch er «grausam enttäuscht» sei. Das 0:1 sei bitter gewesen - und beim Pfostenschuss von Blerim Dzemaili sei «viel Pech» dabei gewesen.

Ottmar Hitzfeld tröstet seinen Schützling Xherdan Shaqiri.
Legende: Gegenseitiger Trost Ottmar Hitzfeld tröstet seinen Schützling Xherdan Shaqiri. Reuters

«Im Penaltyschiessen hätten wir eine grosse Chance gehabt, aber es hat nicht sollen sein. Somit muss man Argentinien gratulieren», so der Lörracher fair. Seiner Mannschaft wünschte er, dass sie es «an der nächsten EM und WM besser» mache. Er selber wird nach der Heimkehr in den Ruhestand treten.

Lichtsteiner: «Spielten hervorragend»

Wie Hitzfeld konnten auch die Schweizer Spieler ihre Enttäuschung nicht verbergen. «Wir zeigten einen hervorragenden Match, machten dann aber den einen Fehler zu viel», analysierte Stephan Lichtsteiner. Dem Gegentreffer war ein Ballverlust des Aussenverteidigers vorausgegangen.

Dennoch konnte der Juventus-Söldner die Lage dann schnell einordnen, indem er sagte: «Wir spielten mit einer der besten Mannschaften der Welt mit. Schlussendlich dürfen wir sehr stolz sein.» Auch der eingewechselte Gelson Fernandes war sichtlich enttäuscht. Dennoch konnte er das Positive von der WM am Zuckerhut mitnehmen: «Die Mannschaft ist so jung: Wir haben ein riesiges Potenzial und eine grosse Zukunft.»

Sabella: «Hatten Glück»

Gross war die Erleichterung selbstredend bei Argentinien. Coach Alejandro Sabella war sich aber bewusst: «Wir haben in der Verlängerung mit Glück gewonnen.» Nicht genauso sah dies Angel Di Maria: «Der Sieg ist mehr als verdient», glaubte der Siegestorschütze. Alle hätten sich bei der «Albiceleste» aufgeopfert, so der Real-Mittelfeldakteur. Das tat aber auch die Schweiz - und so kann sie erhobenen Hauptes aus Brasilien abreisen.

Sendebezug: SRF zwei, FIFA WM 2014 live, 01.07.2014, 18:00 Uhr

11 Kommentare

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  • Kommentar von W. E, KT. ZH
    Herzlichen Dank an die Mannschaft, an O. Hitzfeld (schade, dass er geht) & alle Heinzelmännchen im Hintergrund, welche auch zum Erfolg beigetragen haben. Der neue Trainer wird riesige "Fussabdrücke" ausfüllen müssen. Wünschen wir ihm, dass es ihm gelingt.
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    1. Antwort von Otmar Zürcher, Oberengstringen
      So riesig ist dieser Fussabdruck gar nicht. Köbi Kuhn reichte es 2006 mit seinem damaligen Team im Achtelfinale bis ins Elfmeterschiessen, das allerdings auf fahrlässige Art und Weise in die Binsen ging. Die Auswechslung von Alex Frei, dem damals sichersten Elfmeterschützen, kurz vor Ende der Verlängerung (117. Minute) lässt noch immer grüssen.
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  • Kommentar von A. Schneider, TG
    Es ist gemein, dass die Nati nach dieser spitzen Leistung nicht belohnt wurde. Toll gespielt und das Viertelfinale war doch so nahe... so nahe...
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  • Kommentar von Hector Frank, Adliswil
    Geniesst einfach, dass die Schweiz dem zweimaligem WM Paroli geboten hat. Die Nati wird weiter wachsen, dass hat sie heute gezeigt!
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    1. Antwort von Urs Kellenberger, Muttenz
      Mit dem zweimaligen Weltmeister ist das so eine Sache. Der Titel von 1986 war verdient aber derjenige von 1978 kam während der Militärdiktatur unter recht fragwürdigen Umständen zu Stande. Das Finale wurde unter "gütiger" Mithilfe von Peru erreicht und im Endspiel selbst hätte Rensenbrink, als er in der Nachspielzeit (vor der Verlängerung) aus spitzem Winkel nur den Pfosten traf, die argentinischen Träume beinahe zunichte gemacht. Zentimeter, die die Niederlande vom ersten WM-Titel trennten.
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    2. Antwort von Juha Stump, Zürich
      @Urs Kellenberger: Gerade Ihren letzten Satz kann ich nicht unterstreichen. Ich habe dieses Spiel damals gesehen und erinnere mich noch heute gut daran, wie der ital. Schiri mit den Argentiniern auffallend gnädig umging. Dazu gehörte auch, dass das dritte Tor irregulär war, weil Bertoni den Ball mit dem Oberarm mitnahm. Wie Ernst Happel, der Trainer Hollands, später sagte, hätte der Schiri im Fall von Rensenbrinks Tor so lange nachspielen lassen, bis der Ausgleich gefallen wäre.
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