Hitzfeld glaubt an WM-Achtelfinals

Ottmar Hitzfeld ist auch nach dem 2:5 gegen Frankreich zuversichtlich, dass die Schweiz die WM-Achtelfinals erreicht. Der Coach betont in seiner Analyse der empfindlichen Niederlage noch einmal die Bedeutung der frühen Gegentore und glaubt, dass seine Mannschaft die Niederlage wegstecken kann.

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Interview mit Ottmar Hitzfeld

3:38 min, aus FIFA WM 2014 live vom 21.6.2014

Üblich ist es nicht, dass Nati-Trainer Ottmar Hitzfeld am Tag nach einem Spiel mit den Medien spricht. «Es gibt Situationen, denen man sich als Trainer stellen muss», erklärte Hitzfeld sein Erscheinen. Die deutliche Schweizer Niederlage gegen Frankreich kreierte eine solche Situation.

Hitzfeld machte wie unmittelbar nach dem Spiel Frankreichs frühen Doppelschlag zum 2:0 als Grund für den Schweizer Einbruch aus. «Diese zwei Tore spielten dem Gegner in die Karten», sagte Hitzfeld. Frankreich habe sich danach aufs Kontern verlegen können, während seine Spieler nach dem frühen Rückstand nervös wurden. «Dafür habe ich Verständnis.»

Konkreter wollte sich Hitzfeld zur Pleite vom Freitag nicht äussern. Seine Detailanalyse konnte der Coach noch nicht vornehmen, dafür fehlte die Zeit. Am Nachmittag schaut sich Hitzfeld das Spiel noch einmal an, «und am Abend werde ich den Spielern einige Sequenzen zeigen und die Fehler direkt ansprechen.»

Ottmar Hitzfeld

Bildlegende: Dennoch zuversichtlich Ottmar Hitzfeld glaubt weiterhin an die Achtelfinal-Qualifikation. Keystone

Ab Sonntag Vorbereitung auf Honduras

Ab Sonntag beginnt dann die Vorbereitung aufs letzte Gruppenspiel gegen Honduras. «Ich traue dem Team zu, das 2:5 gegen Frankreich wegstecken zu können», meinte Hitzfeld. Er erinnerte an die Quali-Partie gegen Island, «ein Horrorerlebnis», wie es Hitzfeld ausdrückte. Dort hatte die Schweiz einen 4:1-Vorsprung verspielt und 5 Tage später in Norwegen nach einer starken Leistung 2:0 gewonnen.

Zwei interessante Einblicke in seine Gedankenwelt gab Hitzfeld dann doch: Angesprochen auf die Zonendeckung, die bei den beiden Gegentoren nach stehenden Bällen nicht richtig funktioniert hatte, sagte Hitzfeld: «Wir haben wenig gross gewachsene Spieler, weshalb wir uns gegen eine Manndeckung entschieden haben.»

Argumente für Senderos erklärt

Auch seine Entscheidung zugunsten von Philippe Senderos und gegen Fabian Schär nach dem Out von Steve von Bergen konnte Hitzfeld erklären: «Senderos ist wie Von Bergen ein linker Innenverteidiger. Hätte ich Schär gebracht, hätte Johan Djourou seine Position ebenfalls wechseln müssen.»

Insgesamt plädierte Hitzfeld für eine sachliche Analyse. «Ich werde der Mannschaft unsere grossen Ziele noch einmal in Erinnerung rufen.» Dass am Mittwoch die WM für die Schweiz und damit auch die grosse Karriere von Hitzfeld zu Ende sein könnte, ist für den Coach kein Thema. «Ich gehe davon aus, dass am Mittwoch noch nicht Schluss ist», meinte Hitzfeld zum Abschluss lächelnd.

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Schweiz - Frankreich: Die Live-Highlights

6:13 min, aus FIFA WM 2014 live vom 20.6.2014