Schär: Ein Musterbeispiel will zurück in die Spur

Fabian Schär gilt als Fixstarter in der Schweizer Innenverteidigung. An der WM will der 22-Jährige den nächsten Schritt in seiner temporär gebremsten Entwicklung machen.

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Fussball: Fabian Schär im Interview

6:17 min, aus FIFA WM 2014 live vom 8.6.2014

Gerne ist Fabian Schärs Geschichte vor einigen Monaten erzählt worden. Als Musterbeispiels eines Spielers, der es innert wenigen Monaten von der Challenge League in die Champions League, von Wil in die Nationalmannschaft geschafft hatte. Dann erlitt Schär den ersten grossen Rückschlag seiner Karriere.

Das Beste aus der Verletzung gemacht

Die Knieverletzung, die ihn im Frühling beim FC Basel für 4 Monate ausser Gefecht gesetzt hatte, ist inzwischen verheilt. Rückblickend erkennt der 22-jährige Ostschweizer auch Gutes an seinem langen Out. «Ich hatte viel Zeit zum Reflektieren», erzählt Schär. «Die Verletzung gab mir Raum, die letzten 18 Monate einzuordnen und mir neue Ziele zu setzen.»

Erstes Ziel von Schär ist nun die WM in Brasilien. Der Innenverteidiger fühlt sich bereit, wenn es in einer Woche gegen Ecuador ernst gilt. «Mit der Ankunft in Brasilien ist mir bewusst geworden, dass der Auftakt nicht mehr weit weg ist.» Sein Fokus gelte in den nächsten Tagen ausschliesslich dem Auftaktspiel.

Dort muss Schär seine Qualitäten auch gegen Antonio Valencia unter Beweis stellen. Der Superstar von Manchester United nennt Schär an erster Stelle, als er nach seinem Wissen über den Gegner gefragt wird. «Ecuador lebt wie wir von seiner Kompaktheit», ergänzt Schär und schliesst daraus: «Das wird eine schwierige Aufgabe.»

Fabian Schär bei der Pressekonferenz in Porto Seguro.

Bildlegende: Folgt der nächste Karriereschritt? Fabian Schär will mit der Nati bei der WM für positive Schlagzeilen sorgen. Keystone

Offensives Verständnis des Fussballs

Noch hat die Nati eine Woche Zeit, um sich ans tropische Klima zu gewöhnen, um mehr über taktische Eigenheiten des Gegners zu erfahren und um sich als Team endgültig zu finden. Zeit auch für Schär, nach seiner Verletzung weiter Sicherheit zu gewinnen. Gegen Peru spielte der Basler zwar gut, ein grober Schnitzer unterlief ihm gleichwohl.

Solche Fehler will Schär an der WM vermeiden. «Mir ist bewusst, dass mein Stil offensiv und daher riskant ist», sagt Schär. Eine Änderung an seiner Spielweise entspräche aber nicht seinem Fussball-Verständnis. «In einer erfolgreichen Mannschaft», doziert der Verteidiger, «muss jeder Spieler gleichermassen offensiv wie defensiv denken.»

Und schliesslich hat Schär mit seinem Stil innert wenigen Monaten die nationale Spitze erklommen. An der WM kann der Verteidiger nun den nächsten Schritt machen und sich auf höchstem internationalen Niveau beweisen - und die nächste Phase in seinem temporär gebremsten Aufstieg lancieren.