Thomas Müller: Vom Frischling zum Routinier

Mit erst 24 Jahren gehört Thomas Müller zu den Stützen des deutschen WM-Teams. Seit der WM in Südafrika ist er vom unbekümmerten Jungspund zum abgeklärten Star gereift. Gleich geblieben sind seine Fröhlichkeit und sein unvergleichlicher Torriecher.

Ein deutsches Fussballverb feiert Urständ: Es müllert wieder. Mit seinem Dreierpack gegen Portugal wandelt Thomas Müller auf den Spuren seines Namensvetters Gerd Müller.

Der damalige «Bomber der Nation» erzielte an den Weltmeisterschaften 1970 und 1974 in 13 Spielen 14 Tore (durchschnittlich 1,08 Tore). Thomas Müller ist bisher sogar noch etwas erfolgreicher: 7 Spiele, 8 Tore (Quote: 1,14). Thomas Müllers Tore gegen Portugal erinnerten auch im Stil an Gerd: An der richtigen Stelle im Strafraum stehen und den Ball reinmachen.

«Langes, dünnes Müller»

Beide sind sie im Freistaat Bayern geboren. Damit haben die Parallelen aber ein Ende. Denn Gerd ist Schwabe, Thomas stammt aus Oberbayern. Mit seinem Schmäh hat er gar etwas Österreichisches an sich. Und auch im Körperbau gibt es beträchtliche Unterschiede. Statt «kleines, dickes Müller» habe der DFB heute ein «langes, dünnes Müller», ulken die deutschen Medien respektvoll.

An seiner WM-Premiere in Südafrika war Thomas Müller 20 Jahre alt. Seine Unbekümmertheit entzückte die deutsche Öffentlichkeit. Sprüche wie: «War eine geile Kiste, heute» oder «Die Mikrofone verbiegen sich schon, weil ich so stinke» wurden legendär. Endgültig zum Liebling aller Schwiegermütter wurde er, als er in der ARD seine beiden Omas und seinen Opa grüsste.

«Eins schöner wie das andere»

2014 klingt er abgeklärter: «Ich hab halt doch in den letzten vier Jahren die eine oder andere Aktion im Weltfussball mitgemacht und bin nicht der Typ, der da Angst kriegt», meinte er zum Druck vor dem Penalty gegen Portugal. «Drei Tore im Auftaktspiel bei so einem Gegner sind natürlich etwas Herrliches. Ja, war wieder eins schöner wie das andere!» Die letzte Bemerkung war selbstironisch gemeint, was allerdings nicht alle kapierten.

Sendebezug: FIFA WM 2014 live vom 16.6., 18:00 Uhr

TV-Hinweis

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Wir übertragen das Spiel Deutschland-Ghana am Samstag ab 20:05 Uhr live auf SRF zwei und im Livestream.