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Diskussionen auch in Schweden Nach wüsten Beleidigungen: Schwedens Team setzt Zeichen

Jimmy Durmaz verursachte den Freistoss, der Deutschland das 2:1 gegen Schweden ermöglichte, und wurde dafür beschimpft.

Legende: Video Die bewegende Ansprache von Jimmy Durmaz abspielen. Laufzeit 00:46 Minuten.
Aus FIFA WM 2018 Clips vom 25.06.2018.

«Es gehört zu unserem Job, kritisiert zu werden, Tag für Tag. Aber einen Teufel genannt zu werden oder Selbstmordattentäter sowie Beleidigungen gegen Familie und Kinder sind völlig inakzeptabel. Ich bin schwedisch und stolz darauf, das Trikot und die Flagge zu tragen», sagte Jimmy Durmaz und schloss mit den Worten: «Wir sind vereint. Wir sind Schweden, oder Jungs?» Dann antworten alle: «Fuck Racism!» und klatschen.

Durmaz war nach seiner Rede sichtlich bewegt. Viele Mitspieler nahmen ihn in den Arm. «Mich hat das unglaublich berührt. Es gab zuletzt viel Rassismus in Schweden, es muss sich etwas ändern», sagte Stürmer Marcus Berg stellvertretend für die gesamte Mannschaft.

Es gab zuletzt viel Rassismus in Schweden, es muss sich etwas ändern
Autor: Marcus Berg

Der Fall Durmaz schlug in Schweden hohe Wellen. Der Verband kündigte nach den wüsten Beschimpfungen und Morddrohungen gegen den Mittelfeldspieler an, Strafanzeige bei der Polizei zu erstatten. Und auch Ministerpräsident Stefan Löfven verurteilte die Beleidigungen aufs Schärfste. «Das ist so erbärmlich», sagte Löfven im schwedischen Fernsehen.

Wüste Beleidigungen nach Foulspiel

Was war passiert? Durmaz wurde von vielen Schweden zum Sündenbock für die unglückliche Niederlage gegen den Weltmeister gemacht. Der Mittelfeldspieler sah sich nach dem Foul an Timo Werner, das in der Nachspielzeit zum entscheidenden Freistoss für das deutsche Team führte, im Internet einem üblen Shitstorm ausgesetzt.

Legende: Video Kroos' Siegtreffer in der 95. Minute abspielen. Laufzeit 00:42 Minuten.
Aus FIFA WM 2018 Clips vom 23.06.2018.

Innerhalb weniger Minuten nach dem Spiel erhielt der 29-Jährige mit assyrischen Wurzeln in den sozialen Netzwerken Tausende Kommentare, darunter etliche rassistische Anfeindungen.

Sendebezug: Laufende WM-Berichterstattung

21 Kommentare

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  • Kommentar von Rolf Bolliger (rolf.bolliger@quickline.ch)
    Dass der Welt-Fussball zu einem der grössten (geldträchtigsten) Massensport geworden ist, bezeugen all die unschönen Beleidigungen gegenüber multikulturellen Spielern und deren Herkunftsländer und Familien! Beim Ski- oder Schwingsport gab und gibt es nie solche "rassistische" Auswüchse! Warum wohl? Eben, das meine ich...……! Die multikulturelle vollständige Globalisierung der vielseitigen Erdbewohner hat nicht nur positive Seiten! Oft fehlt Anstand und eine Integration im Gastland.
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    1. Antwort von Florian Kleffel (Hell Flodo)
      Als Herr Glarner Senior Immigranten afrikanischer Herkunft aufs Übelste beleidigte, ging das für manche hier noch unter „Meinungsfreiheit“. Erstaunlich, wie sich die Meinung ändert, wenn jemand für die Nati spielt...
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  • Kommentar von Johannes Rösinger (JohMuc)
    Nach dem Spiel gegen uns/D. sind die Schweden bei mir unten durch. Erst die Entschuldigung annehmen wegen dem Jubeln vor der Schweden Bank und dann doch Anzeige bei der Fifa erstatten. Welch schlechte und schwache Charakter. Heißt nicht dass ich das Jubeln gut finde, der DFB hat die beiden Betreuer eh schon intern fürs nächste Spiel von der Bank verbannt. Was den Rassismus betrifft stehe ich natürlich trotzdem zu der schwedischen Mannschaft aber was Sportsgeist betrifft sind sie bei mir out.
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    1. Antwort von Andres Schmid (Resus)
      Eine Bestrafung der FIFA muss sein. Sonst würde man das dumme Verhalten der Betreuer ja tollerieren. Und alle dürften das machen. Die Entschuldigung kann nur die Höhe der Strafe beeinflussen. Nicht aber meine Antipathie gegen Deutschland (nicht gegen deutsche). Go Korea!
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  • Kommentar von Raymond Klaus (Ray)
    Einfach alle solche Sport Veranstaltungen Absagen und zwar auf der ganzen Linie und das Geld für gute Zwecke einsetzen. Das ist alles eine reine Verblödung der Gesellschaft und eine Ablenkung von dem was wirklich wichtig wäre.
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    1. Antwort von Daniele Röthenmund (Daniele Röthenmund)
      Mit dem haben sie nichts erreicht! Dann verlagern sich die Probleme wo anders hin! Der nächste Doppelbürger wird dann niedergemacht weil er einen Autounfall gebaut hat wo er Schuld ist, wollen sie dann das Autofahren einstellen lassen?
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