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Ex-Sion-Stürmer im Interview Alvaro Saborio über Costa Rica und Constantin

Alvaro Saborio hat in 108 Länderspielen für Costa Rica 34 Tore erzielt. Was der ehemalige Sion-Stürmer über den nächsten Nati-Gegner sagt.

SRF Sport: Sie spielten zwischen 2006 und 2009 für Sion. Welche Erinnerungen haben Sie an die Schweiz?

Alvaro Saborio: Sehr gute, denn ich habe eine neue Kultur und eine neue Sprache kennengelernt. Es war mein zweites Europa-Abenteuer. Ich hatte definitiv eine gute Zeit im Wallis.

Sie haben 35 Treffer in 88 Super-League-Spielen erzielt, keine schlechte Quote.

Das stimmt, aber ich hätte gerne mehr Tore geschossen.

Saborio feiert einen Treffer im Sion-Trikot.
Legende: Spielte 3 Saisons für Sion Saborio feiert einen Treffer im Sion-Trikot. Keystone

Haben Sie noch Kontakt zu Christian Constantin?

(lacht) Nein, seit meinem Abgang nicht mehr. Schon vorher hatten wir uns nichts mehr zu sagen, denn er hat mich nicht ziehen lassen, als ich gute Angebote hatte.

Sie haben mit Essam El-Hadary gespielt. Was sagen Sie zu seinem Rekord?

Das war ein grossartiger Typ, er war aber auch etwas verrückt.

Vielleicht haben wir zu wenig taktische Varianten.

Wie meinen Sie das?

Er sprang jeweils ins Eisbad und wieder raus in die Sauna – und wieder rein ins Eisbad und wieder raus. Aber er war ein Profi durch und durch. Dass er jetzt mit 45 Jahren diesen Rekord geschafft hat, ist fantastisch. Das wird lange Bestand haben.

Wo waren Sie, als Costa Rica an der WM 2014 bis in den Viertelfinal kam?

Mein Pech war, dass ich mich einen Tag vor der Abreise verletzt habe. Ich flog dennoch mit dem Team nach Brasilien, habe diesen grossartigen Lauf hautnah miterlebt. Die Freude der Mannschaft habe ich gerne geteilt.

Saborio feiert 2016 seinen Geburtstag mit Keylor Navas und Co.

Costa Rica ist bereits nach zwei Spielen ausgeschieden. Wo liegt das Problem?

Vielleicht haben wir zu wenig taktische Varianten, um auch mal umzustellen. Costa Rica spielt auf Unentschieden und lässt dem Gegner zu viel Ballbesitz. Die Wege werden weiter, irgendwann wird man dann müde und das rächt sich.

Die Mannschaft hat sich seit der letzten WM kaum verändert.

Vielleicht hat man es verpasst, das Team zu verjüngen. Aber letztlich müssen wir damit zufrieden sein, es an die WM geschafft zu haben. Das Turnier vor 4 Jahren ist schwer zu toppen.

Wie gross ist die Enttäuschung im Land?

Die ist tatsächlich spürbar, denn die Erwartungen bei den Fans waren gross.

Die «Ticos» haben noch keinen Treffer erzielt. Ist Starspieler Bryan Ruiz ausser Form?

Nein, ich glaube nicht, dass das an ihm liegt. Die Stürmer erhalten einfach zu wenig gute Bälle.

Wie schätzen Sie die Schweiz ein?

Ganz stark. Die verlieren ja fast nie. Und dies, obwohl sie oft gegen europäische Teams antreten. Wie läuft es eigentlich Sion, sind die noch erstklassig?

Vielleicht liest ja Constantin das und verpflichtet mich.

Sie sind fast abgestiegen. Constantin hat letzte Saison zweimal den Coach gewechselt.

Ah, macht er das immer noch? Ich hatte 10 oder 11 Trainer während meiner Zeit in Sion. Dabei waren wir Spieler das Problem.

Sie haben nach einer Auszeit wieder einen Vertrag unterschrieben, in der Heimat bei AD San Carlos. Warum?

Ich hatte keine Freude mehr am Fussball. Aber jetzt spiele ich wieder bei meinem Dorfklub und prompt sind wir aufgestiegen. Vielleicht liest ja Constantin das und verpflichtet mich. Oder er stattet mich als Trainer mit einem Fünfjahresvertrag aus und entlässt mich gleich wieder. Das wäre dann meine Trainerkarriere gewesen. (lacht)

Legende: Video Costa Ricas Weg an die WM abspielen. Laufzeit 01:54 Minuten.
Aus Road to the FIFA 2018 World Cup vom 20.05.2018.

Sendebezug: Laufende WM-Berichterstattung SRF zwei

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