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SRF-Experten zum Fifa-Urteil Huggel: «Ich erkenne eine Wagenburg-Mentalität»

Die Erleichterung rund ums Nationalteam ist gross. Die «Adler-Affäre» könne sich sogar positiv auf die Mannschaft auswirken, glaubt SRF-Experte Benjamin Huggel.

Legende: Video Die Adler-Affäre als sportliche Chance? abspielen. Laufzeit 1:10 Minuten.
Aus FIFA WM 2018 Clips vom 25.06.2018.

Mit grosser Spannung wurde in Togliatti der Entscheid der Fifa erwartet. Erst um ca. 20:30 Uhr Ortszeit konnten die Beteiligten am Montagabend aufatmen. Der befürchtete «Hammerschlag», mögliche Sperren, blieb aus.

SRF-Experte Benjamin Huggel bezeichnete die Bussen als «verhältnismässig». Peter Schnyder von Radio SRF, der die Nati seit über 25 Jahren begleitet, übt aber auch Kritik: «Es wurde eine Grenze überschritten. Hoffentlich ist die Strafe eine Lehre für die Spieler.» Intern dürfte Shaqiri, Xhaka und Co. jedoch klargemacht werden, dass im Wiederholungsfall härtere Sanktionen drohen. Darauf wies die Fifa im schriftlichen Urteil explizit hin.

Problematik wurde unterschätzt

Schnyder glaubt, die Nati-Akteure seien nicht genügend auf die Partie vorbereitet worden. «Man hat die Problematik unterschätzt. Coach Petkovic ist nicht auf das Thema eingegangen.» Huggel teilt diese Meinung: «Man hat im Nachhinein das Gefühl, es wurde in diese Richtung zu wenig gemacht.»

Legende: Video Ist die Kommunikation des SFV angemessen? abspielen. Laufzeit 1:15 Minuten.
Aus FIFA WM 2018 Clips vom 25.06.2018.

Huggel gewinnt der Sache aber auch etwas Positives ab. Er macht eine «Wagenburg-Mentalität» aus. «Die Geschichte hat das Team offenbar zusammengeschweisst. Die Einflüsse von aussen wurden als Gefahr wahrgenommen, gegen die man gemeinsam ankämpfen muss.» Die sportliche Leistung der Nati dürfe aber auf keinen Fall geschmälert werden. Nun gelte es, einen Schlussstrich unter die Sache zu ziehen.

SFV richtet Fokus aufs Sportliche

Der Schweizerische Fussball-Verband nahm unmittelbar nach Bekanntgabe des Urteils Stellung. Claudio Sulser, der Nati-Delegierte, lässt sich in einem kurz gehaltenen Communiqué wie folgt zitieren:

Wir nehmen die Entscheidungen der Fifa-Disziplinarkommission zur Kenntnis und freuen uns, dass wir uns ab sofort nur noch auf das rein Sportliche konzentrieren können. Wir haben am Mittwoch in Nischni ein sehr wichtiges Gruppenspiel und wollen alles daran setzen, dass wir die Partie gegen Costa Rica erfolgreich gestalten können.
Autor: Claudio SulserDelegierter Nationalmannschaft

Sendebezug: Laufende WM-Berichterstattung SRF zwei

5 Kommentare

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  • Kommentar von Alex Märki (Alex Märki)
    Ich erkenne Opportunismus. Wenigstens ein "Es war nicht in Ordnung, als Professioneller und Vorbild für Kinder und Jugendliche sich auf dieses Niveau" runter zu begeben, hätte gereicht. Es war definitiv kein Gruss an die Familie, dies war eine bewusste Reaktion auf Hooligans und deren Unverschämtheiten! Sie haben zugelassen, dass die Politik von aussen und den Tribünen auf dem Spielfeld gelandet ist. Ich freu mich schon auf Familiengrüsse von der Türkei, Nordkorea, Russland und ihren "Profis"!
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  • Kommentar von Bruno Bellwald (BruBell)
    Ich teile die Meinung von Peter Schnyder, er sieht es richtig. Im Vorfeld und in der Vorbereitung auf dieses Spiel, als auch bei der Bereinigung dieser Baustelle lassen verantwortliche Verbandsfunktionäre ihre Professionalität vermissen. Leider wurde auch Benjamin Huggel von der Sulser-Miescher Kleinredetaktik angesteckt. Ich hoffe und bete für alle Beteiligten, dass es am Mittwoch nicht in die Hosen geht, ansonsten ist es aus mit dem Deckel drauf und die ganze Sauce kocht wieder hoch
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    1. Antwort von M. Keller (MK)
      @Bellwald - bin da ganz anderer Meinung. Dies sind mündige (angeblich) CH-Bürger. Dafür braucht es keinen SFV und/oder Verbandsfunktionäre, die diesen Spielern vorschreiben, was Sie zu tun und zu lassen haben. Zumal vor zwei Jahren die betreffenden Spielern vor dem Spiel gegen Albanien auf und wegen solchen Aktionen sensibilisiert wurden. Was hat sich geändert? Ausser dass die älter wurden rein gar nichts. AUs der Vergangenheit nichts gelernt/behalten.
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  • Kommentar von Andrin Ziswiler (Andrinzisi)
    Die WM und die Nazonalmanschaft mit dem Manöver ist wirklich imoment ein Thema, aber zählt überhaupt das Tor wo sie gemacht haben?
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    1. Antwort von Beat Reuteler (br)
      Natürlich zählen die Tore! Und wie sie zählen! Aber wenn die 3 Top Fussballer wollen dass dann nur über die Tore geredet wird, müssen sie in Gottes Namen das Hirn einschalten und lernen wie man mit solchen Situationen umgeht, sonst vermasseln sie sich das auch ein andermal wieder.
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