Knäbel: «Der beste Weg führt über die Super League»

Der langjährige technische Direktor des SFV, Peter Knäbel, analysiert im Interview, was in der Nachwuchsförderung optimiert werden könnte und erklärt, was er dem FC Zürich in der näheren Zukunft zutraut.

Peter Käbel erzählt über die Nachwuchsarbeit in der Schweiz.

Bildlegende: Erfahren Peter Käbel erzählt über die Nachwuchsarbeit in der Schweiz. EQ Images

  • Für Peter Knäbel führt der beste Weg für ein Nachwuchstalent in der Schweiz noch immer über die Super League.
  • Ein Beispiel, dass ein Wechsel eines Teenagers ins Ausland positive Wirkung hatte, gibt es seiner Meinung nach nicht.
  • Was Knäbel über den FC Zürich und die neue Super-League-Saison sagt, sehen Sie im Video unter dem Artikel.

Peter Knäbel hat im Fussball viel erlebt. Der 50-Jährige spielte in der Bundesliga, trainierte den FC Winterthur und war von 2014 bis 2016 Sportchef beim Hamburger SV. Momentan arbeitet er auf Mandatsbasis beim FC Zürich. Die grössten Spuren hinterliess Knäbel indes als technischer Direktor beim SFV.

Erst nach SL-Spielen reif für den Wechsel

Unter Knäbels Leitung entwickelte sich die Nachwuchsförderung in der Schweiz zum Vorzeigemodell. Er kennt die ideale Karriereplanung für ein Talent genau: «Der beste Weg führt über die Super League. Dort 20-30 Spiele bestreiten, mit dem Klub etwas gewinnen, den Sprung in die Nati und eine Endrunde schaffen.» Dann sei man reif für einen Wechsel in eine grosse Liga.

Video «Peter Knäbel über die Nachwuchsarbeit in der Schweiz» abspielen

Peter Knäbel über die Nachwuchsarbeit in der Schweiz

5:41 min, vom 23.6.2017

Dass Spieler bereits im Teenageralter zu einem Klub mit grossem Namen wechseln, findet Knäbel keine gute Entwicklung. «Mir fehlt ein Beispiel, dass ein solcher Wechsel jemals gut gegangen ist», analysiert der Deutsche. Dabei sei gerade diese individuelle Karriereplanung wichtig für den Schweizer Fussball insgesamt.

Dieser hat im Nachwuchsbereich in den letzten Jahren stagniert. Endrunden wurden nicht mehr mir Regelmässigkeit erreicht. Auch, weil Schweizer Nachwuchsspieler mit zu frühen Wechseln falsche Entscheidungen trafen. «Beim SFV ist diesbezüglich mit dem Talentmanager eine wichtige Funktion eingeführt worden», hofft Knäbel auf Besserung.

Die Königsdisziplin bleibe der Übergang vom Nachwuchs in die 1. Mannschaft. «Diese Problematik gibt es aber auch in allen anderen Ländern.» Für langfristigen Schweizer Erfolg sieht Knäbel eine einfache Formel: «Andere Länder produzieren pro Jahrgang 1-2 potenzielle Nationalspieler. In der Schweiz muss diese Quote 4-5 Spieler betragen.»

Erfahren Sie hier im Video, was Knäbel zum FC Zürich und zur Dominanz des FC Basel in der Super League sagt:

Video «Knäbel über den FCZ und die Super League» abspielen

Knäbel über den FCZ und die Super League

4:50 min, vom 23.6.2017

Sendebezug: SRF zwei, sportlive, 22.06.2017, 20:00 Uhr