Spanien: «Die beste Schule der Welt»

Am Mittwoch ist Spaniens U21 in beeindruckender Manier erneut Europameister geworden. Der iberische Nachwuchs imponiert und zaubert wie die A-Nationalmannschaft - und sammelt ebenso fleissig Titel. Die Gründe für diese Dominanz liegen auch neben dem Platz.

Die U21-Mannschaft Spaniens mit dem EM-Pokal.

Bildlegende: Überlegen Die U21-Mannschaft Spaniens mit dem EM-Pokal. Keystone

Der begeisternde 4:2-Finalsieg gegen Italien und damit der erneute EM-Triumph einer spanischen Nationalmannschaft ist nur die Spitze des Eisbergs. Für die Konkurrenz ist die Bilanz der Iberer ernüchternd: Die U19 (2011, 2012), die U21 (2011, 2013) und auch die A-Nationalmannschaft (2008, 2012) gewannen jeweils die letzten beiden Europameisterschaften. «Die beste Schule der Welt», titelte die spanische Tageszeitung Marca am Tag nach dem Triumph der U21.

Ryser: «Weder Staff, noch Spieler haben Starallüren»

Für Dany Ryser, der 2010 die Schweizer U17 in Nigeria sensationell zum Weltmeistertitel gecoacht hatte, sind neben der hervorragenden taktischen und technischen Ausbildung der Spieler auch andere Gründe für die erdrückende Dominanz der Spanier ausschlaggebend: «Weder der Staff, noch die Spieler haben irgendwelche Starallüren», betont der 56-Jährige, der die Iberer an der EM in Israel besuchte. Zudem werde der Respekt untereinander, aber auch dem Gegner gegenüber, stets gross geschrieben.

Kommende Stars in Spaniens Reihen

Auf ein allfälliges schwächelndes Spanien braucht der Rest der Fussballwelt vorerst nicht zu hoffen. In Israel dominierte «La Furia Roja» (die rote Furie) mit dem europaweit umworbenen Regisseur Isco, dem dreifachen Final-Torschützen Thiago Alcantrara und dem Goldenen-Schuh-Gewinner Alvaro Morata (4 Treffer) beinahe nach Belieben. Einige der U21-Europameister werden voraussichtlich auch an der WM 2014 zu Einsätzen kommen.

Daran hat zumindest Spaniens U21-Trainer Julen Lopetegui keinen Zweifel, schliesslich sei seine Mannschaft eine kleine Kopie der A-Nati: «Wir spielen den gleichen Stil, wir glauben an diesen Stil und wir arbeiten weiter an diesem Stil. Vicente del Bosque weiss, dass meine Spieler ihm jederzeit helfen können.»

Der spanische Hunger ist noch lange nicht gestillt

Ryser erzählte von einem Gespräch mit eben diesem Del Bosque: «Er meinte, dass Spanien bereits früher sehr gute Spieler in den eigenen Reihen gehabt hätte. Nur fehlte es damals am Wissen, dass man mit diesen Spielern auch wirklich grosse Titel gewinnen könne. Nun hätte man dieses Wissen.» Die spanischen Fans müssen sich keine Sorgen machen, dass es an solchen Spielern in naher Zukunft fehlen werde. Der spanische Hunger, er ist noch lange nicht gestillt.