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Fussball allgemein Tognoni: «Garcias Reaktion ist ein Riesenknaller»

Der ehemalige FIFA-Funktionär Guido Tognoni hat die harsche Reaktion des FIFA-Ermittlers Michael Garcia auf den Bericht der Ethikkommission als «grosse Überraschung» gewertet. «Für die FIFA kam es nur für einige Stunden gut heraus», so der Bündner.

Legende: Video Guido Tognoni im Interview abspielen. Laufzeit 2:57 Minuten.
Aus Sport-Clip vom 13.11.2014.

«Diese Reaktion war ein Riesenknaller und hat auch die FIFA auf dem linken Fuss erwischt», so Guido Tognoni, der seit seinem unvermittelten Abschied von der FIFA vor 11 Jahren den Weltverband von aussen beobachtet.

Chefermittler Michael Garcia hatte die Schlussfolgerungen, welche die FIFA-Ethikkommission aus seinen Recherchen gezogen hat, als «unvollständig und fehlerhaft» kritisiert und Rekurs angekündigt.

Monatelange Diskussionen

Garcia werde diese Ankündigung nun wohl in die Tat umsetzen, worauf die FIFA-Disziplinarkommission am Zug sei, sagte Tognoni. Letzte Instanz sei der Internationale Sportgerichtshof (CAS) in Lausanne.

Das Thema werde deshalb noch monatelang auf der Agenda bleiben, glaubt Tognoni. «Katar schafft auch so schon genügend Probleme. Die FIFA hat nun einen Klotz am Bein, an dem sie schwer tragen wird.»

«Weltmeisterschaften finden in Russland und Katar statt»

Dass Russland oder Katar die WM doch noch entzogen werden könnte, glaubt Tognoni hingegen nicht. «Selbst wenn Michael Garcia noch unglaubliche Tatsachen ans Licht zerren würde, wäre es nach vier, fast fünf Jahren schwierig, Katar die WM wieder wegzunehmen, von den Russen ganz zu schweigen.»

Sendebezug: Radio SRF 4, Nachrichten, 13.11.2014, 10:30 Uhr

5 Kommentare

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  • Kommentar von Reto Munteler, Zürich
    Meiner Meinung nach gibt es nur zehn Staaten in der Welt, in welchen die Durchführung einer Fussball-WM Sinn macht: USA, Brasilien, Südafrika, Deutschland, Spanien, Italien, Frankreich, England, Japan mit Südkorea, Australien. Wenn nun alle vier Jahre in einem dieser Staaten eine WM stattfände, käme jedes Land nach vierzig Jahren wieder an die Reihe. Zudem könnten Neubewerber aufgenommen werden (bspw. Russland, Argentinien) sofern pol., sportl. und wirtschaftl. Voraussetzungen erfüllt sind.
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  • Kommentar von peter müller, zürich
    2 Weltmeisterschaften an einem Tag zu vergeben war absolut richtig. Die chaotische Planung und Realsierung in Brasilien wird die FIFA stärken es wieder zu tun. Russland hat UK haushoch geschlagen und gilt sowieso als einer der grössten Sportmärkte. Im Falle von Katar verliert die FIFA eher Geld. Katar war in jedem Wahlgang vorne. Australien war gerade mal im ersten Wahlgang mit 1 Stimme. Katar besitzt 3 WM Staden und baut 8 hinzu. Temperaturen von 40 Grad gabe es auch in Mexico und Argentinien.
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  • Kommentar von O. Egli, BS
    Nicht die Kanditatur der einzelnen Staaten ist das Problem, sondern einzelne, narzisstisch veranlagte Typen, die glauben mit einer handvoll Dollars alles kaufen zu können, einerseits, und anderseits die gleich veranlagten Funktionäre, die für 5 Cent und einer Banane selbst ihre Grossmutter verkaufen würden. Das Ganze vom Verband medienwirksam abgesegnet. Das war schon immer so, und wird auch so bleiben. Nur das die Ströme des Geldes in Zukunft noch verschlungener werden.
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