Wenn die Zuschauer kommen, die Stars aber zögern

Der Fussball in den USA boomt: Punkto Zuschauerinteresse überholte die Major League Soccer die National Hockey League und auch das mediale Interesse wächst. Bei den Stars wird Übersee aber erst gegen Ende der Karriere zum Thema.

David Volla schaut in die Zuschauerränge.

Bildlegende: Viele Zuschauer, alternde Stars David Villa erfreut die Fans von New York City. Keystone

Seit der Qualifikation für die WM 1990 in Italien und der Heim-WM 1994 ist «Soccer» in Amerika kontinuierlich gewachsen. Am 6. März begann bereits die 20. Saison der Major League Soccer (MLS). Aufgrund einer Auflage zur Durchführung der WM 1994 gegründet, liegt der Zuschauerschnitt in der MLS mittlerweile bereits über demjenigen der NHL. Rund 19'000 Zuschauer werden pro Partie verzeichnet.

Mit den WM-Achtelfinalteilnahmen 2010 und 2014 sowie dem Sieg am Gold Cup 2013 haben die «US-Boys» das mediale Interesse geweckt. Insbesondere die Niederlage in der Verlängerung des WM-Achtelfinals gegen Belgien vor Jahresfrist verlieh der Entwicklung zusätzlichen Schub.

«Fussball hat seine eigene Nische gefunden»

Die Amerikaner entdeckten das Public Viewing, die Sportbars waren während den Spielen der USA voll, viele Fans unterstützten ihr Team auch in den Stadien vor Ort. «Der Fussball in den USA ist nicht mehr zu stoppen. Er hat seine eigene Nische gefunden», so Nationaltrainer Jürgen Klinsmann.

Trotz der jüngsten Erfolge hat Klinsmann noch viel Entwicklungsarbeit vor sich. Vor allem im Unterbau, bei der Juniorenförderung oder in der Trainerausbildung gibt es einiges zu tun.

Mehrere Wege führen zum Ziel

Die Wege in den Profi-Fussball in den USA sind verschieden. Von den 2007 gegründeten Nachwuchs-Akademien gibt es mittlerweile mehr als 80, andere Talente finden den Weg via High School und College an die Spitze. Ein Grossteil der Spieler in den verschiedenen US-Auswahlen wurden bei Klubs in Mexiko oder Europa ausgebildet.

Ein Fussballgoalie schaut in die Ferne.

Bildlegende: «Übersee-Experte» Der St. Galler Keeper Stefan Frei spielt bereits seit 2001 in den USA. Keystone

Diesen Weg gingen auch die Schweizer Spieler Innocent Emeghara (25/San Jose Earthquakes), Keeper Stefan Frei (28/Seattle Sounders) sowie José Gonçalves (29/New England Revolution).

Stars kommen nach dem 30. Geburtstag

Für gewöhnlich wird die Liga in Übersee bei Top-Spielern erst zum Ende der Karriere hin eine Option. Der Italiener Sebastian Giovinco, der im Alter von 27 Jahren von Juventus nach Toronto wechselte, ist eher die Ausnahme. Viel häufiger haben die Topshots die 30 schon deutlich überschritten, wie die Beispiele von David Villa (33), Kaka (32) oder Clint Dempsey (32) zeigen.

Sendebezug: Radio SRF 1, Abendbulletin, 30.3.15, 18:45 Uhr