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Internationale Ligen 5 Topligen und viele Erkenntnisse

Zaubernder Ex-Basler, lebende Fledermaus, Penaltyknatsch, enttäuschende Mailänder: Europas «Big Five» im Überblick.

Fussballspieler
Legende: Sie sorgten für Furore Denis Zakaria, Mohamed Salah, Neymar. EQ Images; SRF
  • Premier League: Reminiszenzen an die «Invincibles» und: Der Beste war einst Basler

Da kann Pep Guardiola noch so oft sagen, der Rekord Arsenals, das die komplette Spielzeit 2003/04 ohne Niederlage überstand, bleibe bestimmt in Arsène Wengers Hand: Nach 17 Siegen in Serie und einem Torverhältnis von 60:12 nach 19 Spielen zittert die ganze Liga vor den «Citizens». Auf individueller Ebene verzaubert Mohamed Salah die Liga. Damals bei Basel noch gerne als «Chancentod» bezeichnet, spielt der Ägypter eine unglaubliche Hinrunde: Alle 96 Minuten trifft der agile Flügelflitzer in Diensten Liverpools.

  • Bundesliga: Der (Schweizer) König ist tot, es lebe der (Schweizer) König

Mit Granit Xhaka hatte ein Schweizer die deutsche Bundesliga aufgemischt wie seit Alex Frei nicht mehr. Nach seinem Abgang 2016 von Gladbach zu Arsenal stellte sich die Frage, wer seinen Platz einnehmen würde. Und vor allem: Wie lange es wohl ginge. Gut möglich, dass der Nachfolger bereits gefunden ist. Denis Zakaria, ebenfalls bei den «Fohlen», ebenfalls Schweizer, spielt in seiner ersten Saison im deutschen Oberhaus derart präzise und physisch stark, dass man ihn in der Rhein-Ruhr-Region bereits «Xhakaria» ruft.

  • Ligue 1: «Entscheidend is auf'm Platz»

...meinte einst Adi Preissler, in den 1960ern Captain des BVB. Seine Fussball-Floskel ist perfekt auf Paris Saint-Germain anwendbar. Zunächst sorgte ein Penalty-Streit zwischen 222-Millionen-Mann Neymar (11 Tore) und Edinson Cavani (19 Tore) für Kopfschütteln. Dann war von Streitereien der PSG-Stars in der Kabine zu lesen. Ganz egal: Die Hauptstädter dominieren die Liga. Übrigens: «Geld schiesst keine Tore» ist hier wiederum unkorrekt. Neben Neymar schoss auch Kylian Mbappé, der andere Neuzugang im dreistelligen Millionenbereich, schon 8 Ligatore.

  • Primera Division: Die Fledermaus lebt

Über die Ausgangslage an der Tabellenspitze verlieren wir spätestens nach dem «Clasico» kein Wort mehr. Reden wir stattdessen über Valencia: Für die Kicker aus der Hafenstadt gab es in den letzten 4 Partien zwar 3 Niederlagen. Davor aber sorgte die Mannschaft mit der Fledermaus im Wappen für Furore: Keine der ersten 13 Partien, darunter Duelle gegen Real und Barça, gingen verloren. Die Meisterequipe von 2002 und 2004 ist wieder konkurrenzfähig – und dürfte besser als in den Vorjahren (11./12.) abschneiden.

  • Serie A: Hurra, ein Meisterkampf!

In den letzten 6 Jahren stemmte jeweils Juventus Turin den «Scudetto» in die Höhe. Die Konkurrenz wurde phasenweise regelrecht zerstört. Tempi passati. 2017/18 heisst der Tabellenführer Napoli. Und: Inter und die AS Roma verfügen über die spielerischen Mittel, um um den Titel mitzuspielen. Ganz weit davon entfernt ist Milan. Die AC, vor der Saison für fast 200 Millionen rundum erneuert, liegt auf dem schwachen 11. Rang. Davon kann wiederum Aufsteiger und Schlusslicht Benevento nur träumen. 1 Punkt in 18 Spielen – das wird wohl nix.

Sendebezug: Radio SRF 1, Abendbulletin, 23.12.2017, 22:10 Uhr