Behrami erhitzt die Gemüter

Beim trostlosen Remis zwischen dem Hamburger SV und Borussia Dortmund gab Nati-Söldner Valon Behrami am Samstag sein Comeback nach seiner Knie-OP. Sofort rückte der Schweizer ins Zentrum des Interesses, allerdings nicht aufgrund seiner fussballerischen Leistung.

Nach 31 Minuten sah Valon Behrami die gelbe Karte. Eigentlich hätte er da gar nicht mehr spielen dürfen.

Bildlegende: Hatte Glück Nach 31 Minuten sah Valon Behrami die gelbe Karte. Eigentlich hätte er da gar nicht mehr spielen dürfen. Imago

Egal ob in Rom, London, Neapel oder jetzt in Hamburg. Ein filigraner Techniker war Valon Behrami nie. Bei den Fans stand er nicht aufgrund seines fussballerischen Könnens hoch im Kurs, sondern weil er stets dahin ging, wo es wehtut. Behrami ist eine Kämpfer-Natur, ein Aggressiv-Leader, wie er im Bilderbuch steht.

Behramis Ellbogen-Attacke

Mit seiner körperbetonten Spielweise machte der Schweizer Internationale am Samstag auch in der Bundesliga-Partie gegen Borussia Dortmund auf sich aufmerksam. In seinem ersten Spiel seit der Winterpause nach überstandener Knie-Operation hätte sich der Tessiner nicht beschweren dürfen, wäre er schon nach gut 180 Sekunden vom Platz geflogen.

Henrich Mkhitarjan sinkt nach dem unerlaubten Einsatz von Valon Behrami zu Boden.

Bildlegende: Vom Ellbogen getroffen Henrich Mkhitarjan (rechts) fällt nach dem unerlaubten Einsatz von Valon Behrami zu Boden. EQ Images

Gegen BVB-Angreifer Henrich Mkhitarjan fuhr Behrami seinen Ellbogen aus und traf den Armenier voll im Gesicht. Eine Aktion nahe an einer Tätlichkeit, doch Schiedsrichter Peter Gagelmann bestrafte den Schweizer Natispielers nicht einmal mit Gelb. «Das war die rote Karte, fertig. Er hat Mkhitarjan ins Gesicht geschlagen», schimpfte Dortmund-Coach Jürgen Klopp.

Grenzwertige Fouls an Bender

Doch damit nicht genug: Behrami teilte munter weiter aus. Sein nächstes Opfer war Sven Bender. Gleich zweimal stieg er gegen den deutschen Nationalspieler mit gestrecktem Bein in den Zweikampf und war mit einer einzigen gelben Karte sehr gut bedient.

Valon Behrami foult Sven Bender.

Bildlegende: Ball nicht gespielt Auch Sven Bender (links) bekam die Härte Valon Behramis zu spüren. Imago

HSV-Trainer Joe Zinnbauer wechselte seinen Mittelfeld-Puncher danach nach einer guten Stunde aus. «Es hätte einige Möglichkeiten gegeben, ihn frühzeitiger zum Duschen zu schicken», grummelte Klopp.

Giftpfeile zwischen Kollegen

Derweil nahm Zinnbauer seine Nummer 21 nach der Partie in Schutz. «Valon hat lange nicht auf dem Platz gestanden, die Koordination war noch nicht so gut», verteidigte er das Einsteigen Behramis. «Er macht seinen Job, er muss das sagen», konterte Klopp diesen Kommentar seines Trainerkollegen, mit dem er früher beim FSV Mainz 05 zusammen gespielt hatte.

Am Samstag steht für den HSV die nächste Partie an. Gegner ist auswärts Hoffenheim. Mit dabei wird auch Behrami sein. Wie immer mit vollem Einsatz.

Sendebezug: Radio SRF 3, Nachmittagsbulletin, 07.3.15, 17:40 Uhr