Eine Klub-Ikone wird zum Trainer

Die Ernennung von Zinédine Zidane zum neuen Cheftrainer von Real Madrid hat in Europa viele Reaktionen ausgelöst. Dem 43-Jährigen wird einiges zugetraut. Der Sprung auf die grosstmögliche Bühne birgt aber auch Gefahren.

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Zidane: Wie als Spieler, so als Trainer?

2:18 min, vom 5.1.2016

Auf dem Rasen wurde er zur Legende, nun soll Zinédine Zidane seinen ehemaligen Klub von der Trainerbank aus wieder zu den ganz grossen Erfolgen führen. Für den 43-Jährigen ist es die erste Station als Cheftrainer auf höchster Stufe, nachdem er in der vergangenen Saison den Trainerposten bei der 2. Mannschaft von Real angetreten hatte.

«  Ich bin sogar ein wenig emotionaler als an dem Tag, an dem ich als Spieler hier unterschrieben habe. »

Zinédine Zidane

Klubboss Florentino Perez hatte bereits vor zwei Wochen in einem Interview unverblühmt angekündigt, dass «Zinédine eines Tages Trainer von Real Madrid sein wird».

Zidane, der Retter?

Die Ernennung des Franzosen, der die Madrilenen 2002 als Spielmacher zum Champions-League-Titel und zum Weltpokalsieg geführt hatte, dürfte demnach zwar für die Wenigsten eine Überraschung gewesen sein. Trotzdem drängt sich die Frage auf, ob Zidane mit seinem noch kleinen Erfahrungsschatz als Trainer dieser grossen Aufgabe gewachsen ist. Ein Blick in den Blätterwald:

  • Marca: Die spanische Sportzeitung titelt mit «La Soluzzion» und schreibt: «Viele Spieler kennen die Zusammenarbeit mit Zidane bereits. Und sie mögen die Art, wie er seine Spieler dirigiert. Deshalb ist man sich bei Real sicher, dass er die richtige Wahl ist.»
  • El Mundo: Der Kommentar der zweitgrössten spanischen Tageszeitung fällt schon etwas kritischer aus: «Die Wahl von Zidane ist in Wirklichkeit die Wahl einer Ikone, nicht eines herkömmlichen Trainers. Als Fussballer weiss man von ihm alles, als Trainer aber nur sehr, sehr wenig.»
  • El Pais: «Mit 43 Jahren, als jüngster Trainer seit Jorge Valdano, setzt er sich das erste Mal den Kritikern aus. Die Erwartungen und Ansprüche an einen Real-Trainer sind unersättlich gross.»
  • L'Équipe: «Wenn er zu Beginn für seine mangelnde Erfahrung zahlen könnte, würde Zidane im Gegensatz zu einem aussenstehenden Trainer wertvolle Zeit zur Anpassung gewinnen, denn er kennt diesen Klub schon so genau.»

Ein erstes Mal wird Zidane voraussichtlich am kommenden Wochenende beim Heimspiel gegen La Coruna an der Seitenlinie stehen. Der dreifache Weltfussballer scheint sich seiner grossen Aufgabe bewusst zu sein. Nicht umsonst sagte er bei seiner Vorstellung: «Ich bin sogar ein wenig emotionaler als an dem Tag, an dem ich als Spieler hier unterschrieben habe.»

Ist Zinédine Zidane die richtige Wahl für Real?

  • Ja, trotz wenig Erfahrung wird er mit den «Königlichen» erfolgreich sein.

    60%
  • Nein, Benitez hätte es verdient, eine längere Chance zu bekommen.

    13%
  • Nein, weder Benitez noch Zidane sind eine gute Wahl.

    25%
  • 1249 Stimmen wurden abgegeben

Sendebezug: Radio SRF 3, 05.01.2016, Bulletin von 6:00 Uhr.