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Internationale Ligen Geschenkt und geklaut

Einmal mehr hat der Hamburger SV den Kopf aus der Schlinge gezogen. Dank dem 2:1-Sieg im Relegations-Rückspiel beim Karlsruher SC bleibt der Bundesliga-Dino weiterhin im Oberhaus. Matchentscheidend war beim Drama im Wildpark-Stadion eine Szene, die danach für viel Gesprächsstoff sorgte.

Legende: Video Der HSV wendet den Abstieg ab abspielen. Laufzeit 00:50 Minuten.
Aus Tagesschau am Mittag vom 02.06.2015.

«Den hat er mir geklaut. Eigentlich wollte ich den schiessen», sagte HSV-Mittelfeldspieler Rafael van der Vaart zum Freistoss, der den HSV in die rettende Verlängerung brachte. Der Niederländer stand gemeinsam mit Marcelo Diaz am Ball, doch es war der Chilene, der die Kugel am Ende über die Mauer in die Ecke lupfte.

Unverständnis beim KSC

Der Ausgleichstreffer zum 1:1 in der 91. Minute war eine Augenweide. Den Entscheid, der dazu führte, konnte man auf Karlsruher Seite nicht nachvollziehen: «Den Freistoss darf man nicht geben, das ist absoluter Wahnsinn», sagte KSC-Sportdirektor Jens Todt nach dem Spiel.

Für mich war das die Aktion überhaupt
Autor: Peter KnäbelSportchef Hamburger SV

Tatsächlich war das angebliche Hands-Vergehen des Karlsruher Verteidigers Dominic Meffert kaum einen Pfiff wert, der Freistoss war ein unverhofftes Geschenk für den HSV. «Er dreht sich weg, das kann man mit der Regel nicht erklären, keine Ahnung, was er da gepfiffen hat», sagte Karlsruhe-Coach Markus Kauczinski.

Rafael van der Vaart
Legende: Dank dem Nicht-Schützen Rafael van der Vaart und der HSV bleiben oben. imago

Ein Kuss, kein Schuss

Bei den Hamburgern stand nach dem Spiel nicht der Pfiff, sondern der lebensrettende Schuss im Zentrum. Lob gab es auch für Van der Vaart, weil er nicht geschossen hatte: «Für mich war das die Aktion überhaupt, dass Rafael hat Marcelo schiessen lassen», meinte HSV-Sportchef Peter Knäbel.

Auch für Verteidiger Dennis Diekmeier war der Nicht-Schuss des Niederländers eine Überraschung. «Er hat vorher sogar noch den Ball geküsst», wunderte er sich.

Keine Ahnung, was er da gepfiffen hat
Autor: Markus KauczinskiTrainer Karlsruher SC

Ende gut, alles gut somit für Van der Vaart, der am Montag sein letztes Spiel für den HSV absolvierte. Der langjährige Hoffnungsträger der Hanseaten wurde zum Schluss für etwas gelobt, das man ihm im Normalfall vorgeworfen hätte. Er hat die Verantwortung für einmal nicht übernommen. Weniger kann manchmal sehr viel mehr sein.

Sendebezug: Radio SRF 3, Nachtbulletin, 01.06.2015, 22:06 Uhr

9 Kommentare

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  • Kommentar von Hsv-Fan, Frauenfeld
    Höre ich da etwa Neid? Ich freue mich unendlich für den HSV !
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  • Kommentar von Juha Stump, Zürich
    Hätte der Freiburger Verteidiger sich im letzten Spiel nicht so dumm angestellt und den Ball im eigenen Tor versenkt, nachdem Bürki ihn schon nach draussen befördert hatte, wäre Hamburg direkt abgestiegen und Hannover hätte die Barrage bestreiten müssen. Schade, dass Baden jetzt nicht mehr ganz oben vertreten ist, aber der KSC hätte den Sack schon vorher zumachen können. Und seien wir ehrlich: Es könnte ihnen ganz oben gleich ergehen wie Düsseldorf, Fürth, Braunschweig und Paderborn.
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    1. Antwort von Juha Stump, Zürich
      Halt, sichern! Ich habe mich verschrieben: Bei einem Punktgewinn der Freiburger im letzten Spiel hätte nicht Hannover die Barrage bestreiten müssen, sondern die Hertha.
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  • Kommentar von Alberto da Vinci, Pratteln
    Dieser geschenkter Freistoss eine Frechheit aber nicht verwunderlich. Schliesslich wollte man den Traditionsverein HSV in der Bundesliga halten. Der 11m für den KSC war auch keiner klar da wollte der Schieri zeigen das er eine Linie hat und die Handsregel gleich anwendet. Er wusste das er einen fehler gemacht hat und er wusste wieviel Tore der KSC schiessen musste um auf zu steigen. Den 11fer hätte er niemals gepfiffen wäre dieser entscheidend gewesen. Der Videobeweis muss kommen.
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