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Internationale Ligen Karim Benzema: Ein Stürmer im Justizgewitter

Die französische Justiz ermittelt im Erpressungsfall wegen eines Sex-Videos gegen Karim Benzema, Stürmerstar von Real Madrid. Brisant: Benzema soll gestanden haben, in den Erpressungsfall verwickelt zu sein. Unklar ist bislang, in welcher Rolle genau.

Grossaufnahme von Stürmer Karim Benzema, der über die Schulter blickt und auf die Zähne beisst.
Legende: Hat er oder hat er nicht? Die französische Justiz ermittelt in einem Erpressungsfall gegen Stürmerstar Karim Benzema. Keystone

Karim Benzema fällt gern auf, am liebsten auf dem Fussballrasen, noch lieber beim Toreschiessen. Immer wieder fällt er aber auch abseits des Fussballs auf, allerdings oft negativ.

Welche Rolle spielt Benzema?

Und jetzt das nächste Kapitel, der nächste Skandal: die «Affäre Valbuena». Der Star von Real Madrid ist am Mittwoch in polizeiliche Gewahrsam genommen und verhört worden. Die Ermittler in Versailles wollen klären, ob der bald 28-jährige Franzose in der Erpressung gegen seinen Mannschaftskollegen Mathieu Valbuena eine Rolle gespielt hat. Valbuena ist vor wenigen Wochen telefonisch erpresst worden, mit einem Video, das Valbuena in intimen Szenen zeigen soll. Die mutmasslichen Erpresser haben 150‘000 Euro gefordert und sitzen derzeit in Untersuchungshaft.

Legende: Video Anwalt Sylvain Cormier zur «Causa Benzema» (franz., Quelle: sntv) abspielen. Laufzeit 00:58 Minuten.
Aus Sport-Clip vom 05.11.2015.

Bis zu sieben Jahre Gefängnis drohen

Sie sollen aus Benzemas nahem Umfeld stammen. Zudem müssen die Ermittler klären, ob Karim Benzema beim letzten Zusammenzug der französischen Nationalmannschaft Kollege Valbuena auf das Sex-Video bloss angesprochen oder ob er ihn dazu angehalten hat, die Erpresser zu bezahlen.

Wäre das der Fall, hätte er sich zum Komplizen gemacht. Die Strafe in einem solchen Fall wäre happig, wie L’Equipe schreibt: bis zu sieben Jahre Gefängnis und 100‘000 Euro Busse.

«Dienst für einen alten Freund»

Gemäss der französischen Nachrichtenagentur AFP soll Benzema in Polizei-Gewahrsam zugegeben haben, dass er auf Valbuena zugegangen sei. Ohne sich bewusst zu sein, damit Valbuena zu schaden. Das sei als «Gefallen für einen alten Freund aus der Kindheit» geschehen. Dieser Freund soll den Erpressern als Mittelsmann gedient haben.

Benzemas Äusserungen scheinen der Grund dafür zu sein, dass ihn die Ermittler über Nacht in Gewahrsam behalten haben. Anwalt Sylvain Cormier liess am Abend noch ausrichten, dass sich sein Mandant nichts zu Schulden habe kommen lassen: «Er ist gelassen. Er ist froh, ja gerade zufrieden, der Polemik in dieser Affäre endlich ein Ende zu setzen.»

Stilsicher nur auf dem Rasen

Wie bald dieses Ende tatsächlich kommt, ist fraglich. Ein Richter wird darüber entscheiden, ob Anklage gegen Benzema erhoben wird. Oder ob er als Zeuge behandelt wird.

Fakt ist: Karim Benzema bewegt sich auf dem Fussballrasen um einiges stilsicherer als abseits davon.

Die «Affäre Valbuena» im Überblick:

  • 5. Oktober: Während des Zusammenzugs der französischen Nationalmannschaft soll es zu einem Gespräch zwischen Benzema und Valbuena gekommen sein. Mutmasslicher Inhalt: das Sex-Video.
  • 13. Oktober: Der ehemalige Fussballer Djibril Cissé und drei weitere Personen werden verhört. Cissé wird am selben Tag wieder entlassen.
  • 14. Oktober: Die drei Verdächtigen kommen in Untersuchungshaft.
  • 2. November: Ein Bekannter Benzemas wird in Lyon verhaftet. Er soll im Auftrag der Erpresser mit Benzema Kontakt aufgenommen haben.
  • 4. November: Benzema wird in Polizeigewahrsam genommen und stundenlang angehört.
  • 5. November: Der Stürmer wird in den Palais de Justice überführt und gesteht, in den Erpressungsfall verstrickt zu sein.

Sendebezug: Radio SRF4 News, 4.11.2015

Kein Aufgebot

Die beiden vermeintlichen Hauptakteure in der Erpressungsaffäre Karim Benzema und Mathieu Valbuena haben für die kommenden zwei Freundschaftsspiele kein Aufgebot erhalten. Die équipe tricolore trifft am 13. November auf Deutschland und vier Tage später auf England.

1 Kommentar

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  • Kommentar von Beat Reuteler, Bützberg
    Falls er das wirklich gemacht hat ist nur zu hoffen dass die Justiz mit der gebotenen Härte durchgreift. Offenbar ist es enorm hart zu lernen dass wir hier in Mitteleuropa leben und nicht irgendwo sonst. Wenn er wirklich "einem Freund einen Gefallen" hätte tun wollen, dann wäre der gewesen den Typen zu mahnen den Mist abzubrechen und sich beim Opfer zu entschuldigen. So wie es jetzt aussieht könnte man meinen er würde jedes beliebige Verbrechen begehen "für einen Gefallen". Sehr gefährlich!
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