Petkovic: «Ich glaubte an mich»

Als «kleiner» Trainer aus der Schweiz hat Vladimir Petkovic den Serie-A-Klub Lazio Rom in erstaunliche Höhen geführt. Im persönlichen Gespräch mit der «sportlounge» redet der Ex- YB-Coach unter anderem über sein neues Leben in Rom, den Wettskandal und die anfängliche Skepsis ihm gegenüber.

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Gespräch mit Vladimir Petkovic in der «sportlounge»

11 min, aus sportlounge vom 18.2.2013

Als Vladimir Petkovic noch Young-Boys-Trainer war, hätte wohl niemand gedacht, dass der heute 49-Jährige ein gutes Jahr später einen Spitzenklub wie Lazio Rom trainieren würde. Nach seinem ersten halben Jahr in Rom belegte sein Team Platz 2, heute ist es noch 3. hinter Leader Juventus und Napoli.

Petkovic liebt «la dolce vita»

«In Rom gibt es 21 Radiostationen, 4 Sport-Tageszeitungen und TV-Sender, die jeden Tag über den Fussball berichten», benennt Petkovic den grössten Unterschied zwischen Bern und Rom. Die italienische Art, das Leben zu geniessen, liebt der schweiz-kroatische Doppelbürger.

In Italien angekommen, erschütterte sogleich der Wettskandal das Land. Mit Stürmer Stefano Mauri steht gar ein mutmasslich Direktbeteiligter im Kader von Lazio, der mittlerweile jedoch wieder auf Torejagd gehen darf. Trotzdem sagt Petkovic: «Es war für mich nicht wirklich etwas Neues. Ich habe so etwas auch schon als Trainer in der Türkei erlebt.»

Nach guter Vorrunde harziger Rückrundenstart

Petkovic wurde vor seinem Amtsantritt in Rom wenig Kredit entgegengebracht. «Ich konnte mich bei meinen verschiedenen Trainerstationen weiterentwickeln», erklärt Petkovic, «viele glaubten zuerst nicht an mich, doch ich tat es.» Der ehemalige Sozialarbeiter hat seine Kritiker mittlerweile mehrheitlich verstummen lassen.

In der Rückrunde läuft es jedoch noch wenig rund. Seit nunmehr 5 Spielen warten Petkovic und sein Team auf einen Sieg. Zuletzt gab es am Montag eine 0:3-Schlappe bei Siena.