Rassismus-Opfer Muntari gesperrt

Pescara-Spieler Sulley Muntari wird wegen unerlaubten Verlassens des Spielfeldes für eine Partie gesperrt. Der Ghanaer hatte gegen rassistische Sprüche im Serie-A-Spiel in Cagliari protestiert.

Sulley Muntari

Bildlegende: Die erste gelbe Karte Sulley Muntari wird wegen Reklamierens verwarnt. Keystone

Rein reglementarisch mag die Sperre gegen Muntari korrekt sein: Der 32-Jährige hatte im Spiel die gelb-rote Karte gesehen. Die Umstände machen das Urteil aber schwer verständlich:

  • Die 1. «Gelbe» kassierte der ghanaische Nationalspieler, weil er bei Schiedsrichter Daniele Minelli gegen rassistische Sprüche protestiert hatte.
  • Als die Zurufe aus dem Cagliari-Sektor nicht aufhörten, verliess er in der 89. Minute mit einem «Basta!» das Feld. Dafür wurde er nachträglich nochmals verwarnt.

Cagliari geht straflos aus

Keine Strafe gibt es gegen Cagliari. In der Urteilsbegründung des Sportgerichts heisst es, die Rufe seien «von nur rund zehn Fans und damit weniger als einem Prozent der Personen in diesem Sektor» gekommen.

Die Fussballer-Gewerkschaft FIFPro forderte den italienischen Verband inzwischen auf, die zweite gelbe Karte und damit den Platzverweis gegen Muntari zu annullieren.

«  Wir schwatzen so viel und dann wird einfach darüber hinweg gesehen. »

Zdenek Zeman
Trainer Pescara (ex-Lugano)

«  Wir haben keine Sprechgesänge gehört. Wir sind keine Rassisten. »

Stefano Filucchi
Vizepräsident Cagliari