Roms letzter «Kaiser» wird 40

Er gehört zu Rom wie das Kolosseum und das Forum Romanum. In der ewigen Stadt wird er wie ein Heiliger verehrt. Francesco Totti hält in Italiens Fussball nicht nur fast jeden Rekord, er ist ein Phänomen.

Seit 1993 spielt Totti bei der AS Roma. Als Zwölfjähriger startete er im Nachwuchs seine Karriere, heute feiert Roms «Kaiser» seinen 40. Geburtstag – noch immer im Dress der Roma. «Ich habe immer gehofft, bis zu meinem Karriereende nur ein Trikot zu tragen. Und zwar das der Roma. Ich bin als Römer und Roma-Fan geboren. Und so werde ich auch sterben», so der Weltmeister von 2006.

Gelbrote Liebe über alles

Geboren wurde Totti ausserhalb der antiken Stadtmauern, im Viertel Porta Latina, wo die AS vergöttert wird. Zunächst spielte er auf der Strasse und in Hinterhöfen, 1989 wurde er in die Nachwuchsmannschaft der Roma aufgenommen. Die Liebe zu den Gelbroten ging so weit, dass die Familie Totti eine Delegation des Rivalen Lazio vor die Tür setzte, als diese die Eltern des Stürmers aufsuchten, um den jungen Francesco anzuheuern.

Francesco Totti schiesst den Ball.

Bildlegende: Jubiläum Hier erzielt Totti per Penalty seinen 250. Serie-A-Treffer. Imago

250 Tore in der Serie A

Sein Profi-Debüt feierte Totti am 28. März 1993 gegen Brescia. Mit 250 Toren in der Serie A schrieb der «Capitano» seither Fussballgeschichte. Nur Juventus-Mittelfeldspieler Silvio Piola schaffte mehr Treffer (274). Insgesamt traf Totti stolze 306-mal in 763 Pflichtspielen.

Seine persönlichen Auszeichnungen reichen vom besten Spieler der Serie A, Torschützenkönig, Einberufung in das All-Star-Team der EM und WM bis zum Goldenen Schuh für den besten europäischen Torschützen im Jahr 2007. Mit der Roma wurde er einmal Meister und zweimal Cupsieger, mit Italien 2006 Weltmeister.

«  Warum sollte ich aufhören? »

Francesco Totti

Nach Divergenzen mit Trainer Luciano Spalletti in der vergangenen Saison ist Totti jetzt wieder in guter Form. Als er am 11. September gegen Sampdoria Genua traf, fragte er provokant: «Warum sollte ich aufhören?» Letzten Sonntag legte er beim 1:3 in Torino Treffer Nummer 250 nach. Pension ist kein Thema.

Auch von einer Trainerkarriere will Totti nichts wissen. Sehr wahrscheinlich wird er seinem Klub als Vizepräsident treu bleiben. Doch an eine Zukunft im Büro will Totti (noch) nicht denken. «Ich habe ja noch einige Spiele vor mir», sagt der ewige «Capitano».

Messi gratuliert Totti

Sendebezug: Radio SRF 3, Morgenbulletin, 27.09.16, 07:30 Uhr