Saisonstart in der besten (?) Liga der Welt

Die englische Premier League hat am meisten Geld, die deutsche Bundesliga den höchsten Zuschauerschnitt. Doch die Titel in Europa holten in den letzten Jahren vor allem die Spanier. Warum die Primera Division (noch) so erfolgreich ist.

Die wichtigsten Transfers in der Primera Division

Es ist nicht von der Hand zu weisen, dass Barcelona und Real Madrid den grössten Anteil daran haben, dass Spanien in der Uefa-Wertung auf Rang 1 liegt. Klar ist auch, dass die Primera Division vom Duell der Superstars Lionel Messi und Cristiano Ronaldo lebt. Es gibt aber auch eine Realität jenseits des Giganten-Duells.

Der FC Sevilla gewann die beiden letzten Austragungen der Europa League, Atletico Madrid stand 2014 im CL-Final und wurde Meister. Beide Teams haben sich im Hinblick auf diese Saison geschickt verstärkt. Sevilla holte Dribbelkünstler Jewgeni Konoplyanka von Dnipro Dnipropetrowsk und den Dänen Michael Krohn-Dehli (Vigo). Atletico verpflichtete Jackson Martinez von Porto und mit dem Argentinier Luciano Vietto (Villarreal) eine der Entdeckungen der letzten Saison.

Die Formel 2 + 3

Mit Valencia könnten gar 5 spanische Teams in der Königsklasse spielen (falls der Meister von 2002 und 2004 die Playoffs übersteht). In Spanien hofft man, dass die Formel 2 (Barça, Real) + 3 (Atletico, Sevilla, Valencia) für ähnlich viel Spannung in der Meisterschaft sorgt wie der Titelkampf in der Premier League. Und im internationalen Klubfussball soll die in den letzten 15 Jahren hergestellte iberische Hegemonie möglichst andauern.

Europäische Titel seit 2000 nach Nationen

Titel
Land
Wettbewerbe
Klubs
14
Spanien7 CL, 7 ELBarcelona, Real, Sevilla, Atletico, Valencia
5
England
3 CL, 2 ELLiverpool, Chelsea, ManUnited
3
Italien3 CLMilan, Inter
2Deutschland
2 CLBayern München

Zuschauerschwund und skurrile Anspielzeiten

Die Krise in der selbsternannten «Liga der Sterne» ist aber offenkundig. Namhafte und kostspielige Transfers waren nur den Top 5 vergönnt. Hinzu kommen die schwindenden Zuschauerzahlen (26'792 im Schnitt waren es letzte Saison). Der Abwärtstrend ist einerseits der Wirtschaftskrise geschuldet, hinzu kommen die ungünstigen Anspielzeiten.

Die Montagabendspiele finden noch weniger Zustimmung als diejenigen am Freitagabend. Familienfreundlich ist auch die späte Anspielzeit am Sonntagabend (22.00 Uhr) nicht. Zu Saisonbeginn werden Partien wie Real Madrid - Betis sogar erst um 22.30 Uhr angepfiffen, dies aufgrund der hohen Temperaturen.

Düstere Zukunft

Trotz grossem Aderlass – etliche spanische Spieler wanderten in den letzten Jahren nach England und Deutschland ab – hat es die Liga aber geschafft, konkurrenzfähig zu bleiben. Taktik und Technik sowie Trainer- und Juniorenausbildung seien nirgendwo so gut wie in Spanien, sagen die Verfechter der Primera Division. Wie lange dies so bleibt, wird die Zukunft zeigen. Die gestiegenen TV-Einnahmen der englischen Klubs dürften bald noch mehr Wirkung zeigen.

Welche europäische Liga ist die beste?

  • Bundesliga

    20%
  • Primera Division

    38%
  • Serie A

    3%
  • Premier League

    36%
  • Ligue 1

    1%
  • 1394 Stimmen wurden abgegeben

Sendebezug: SRF 2, sportlive, 11.08.2015, 20:30 Uhr

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