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Internationale Ligen «Schmidt-Gate» sorgt für rote Köpfe

Der von Schiedsrichter Felix Zwayer einberufene Spielunterbruch sorgte bei Leverkusen - Dortmund für heisse Diskussionen. Vor allem Leverkusens Sportdirektor Rudi Völler liess sich kaum noch beruhigen.

Roger Schmidt im Gespräch mit dem Schiedsrichter
Legende: Er will es nicht wahrhaben Roger Schmidt (links) weigerte sich, auf die Tribüne zu gehen. Imago

Ein Disput um den Ausführungsort eines Freistosses von Dortmund stand am Ursprung des Spielunterbruchs, mit welchem Schiedsrichter Felix Zwayer für ein Novum in der Bundesliga-Geschichte sorgte. Weil Leverkusens Trainer Roger Schmidt nicht wie gefordert auf der Tribüne Platz nehmen wollte, schickte der Referee die Teams in die Kabinen.

«Weil Herr Schmidt der Anweisung nicht Folge geleistet hat, den Innenraum zu verlassen, haben wir das Spiel unterbrochen. Dann haben wir die Situation in Ruhe im Innenraum geklärt», sagte Zwayer, der sich vorschriftsgemäss verhalten hat.

Völler kriegt sich nicht mehr ein

Die Aktion liess vor allem bei Bayers Sportdirektor Rudi Völler den Kragen platzen. Mit einem nicht gegebenen Elfmeter zog Zwayer den Zorn des Weltmeisters von 1990 zusätzlich auf sich. Im Interview mit Sky gab es dann für Völler kein Halten mehr:

Was haben sie eigentlich mit dem Roger Schmidt? Es ist doch viel wichtiger, dass er keinen Elfmeter gepfiffen hat, oder finden Sie nicht? Was meinen Sie? Wer hat uns denn mehr geschadet, der Roger Schmidt oder der Schiedsrichter? Nicht, wenn das Mikro aus ist, sagen, du hast ja Recht. Vielleicht hat er den Fehler gemacht, nicht hochzugehen. Aber das muss man jetzt doch nicht so aufpumpen, die Nummer. Man muss die Mannschaften doch nicht reinschicken. Geh doch hin und sag, Herr Schmidt, Sie müssen auf die Tribüne, weil Sie zu laut waren beim vierten Offiziellen. Warum hat er das nicht gemacht?
Autor: Rudi Völler

Nicht wenige fühlten sich an Völlers legendäre Wutrede als Nationaltrainer Deutschlands im Jahr 2003 nach einem 0:0 auf Island erinnert. Damals hatte der ehemalige Weltklasse-Stürmer Kult-Moderator Waldemar Hartmann zusammengestaucht.

Schmidt: «Bin zu stur gewesen»

Schmidt selbst gab sich in Teilen reumütig. «Ich bin zu stur gewesen. Da habe ich emotional reagiert. Mir wurde aus 45 Metern signalisiert, dass ich auf die Tribüne soll», sagte er während der Pressekonferenz. Danach räumte der Leverkusen-Coach ein: «Ich habe meiner Mannschaft geschadet.»

Die Sache hat für Schmidt auf jeden Fall ein Nachspiel. «Es kann nicht sein, dass der Trainer eine Entscheidung ignoriert und eine persönliche Erklärung des Unparteiischen durch sein Verhalten erzwingen will», sagte Schiedsrichter-Chef Herbert Fandel. Welche Sanktionen ergriffen werden, ist noch offen.

Sendebezug: Laufende Berichterstattung zur Bundesliga auf Radio SRF 1.

7 Kommentare

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  • Kommentar von S.Zulauf, Chur
    Es wäre zwar sicherlich wünschenswert gewesen, wenn der Schiedsrichter den Trainer persönlich auf die Tribüne geschickt hätte. Jedoch ist es das Recht des Schiedsrichters, dies via den Captain zu übermitteln. Im Übrigen steht es im Regelwerk, dass das Spiel zu unterbrechen (was gemacht wurde), resp. abzubrechen sei, sofern der Trainer sich weigert, das Spielfeld nach ausdrücklicher Aufforderung (geht auch durch den Captain). Also lief es zwar unglücklich, aber dennoch korrekt ab.
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  • Kommentar von Alberto da Vinci, Pratteln
    Ich kann den Ärger von Herr Schmidt durchaus nachvollziehen. Beim Verband spricht man hier von einem Tatsachenentscheid ist es aber nicht. Der Freistoss wurde 6 Meter weiter vorne ausgeführt das ist fakt und dies hat zu einem Tor geführt. Darf ein Trainer nichts mehr sagen? Er hat Ihn vermutlich nicht beleidigt er hat einfach geschriehen. Das in der 90 ein klarer 11 Meter für Leverkusen nicht gepfiffen wurde sagt schon alles über diesen arroganten Schiedsrichter.Der Schieri gehört auch gesperrt.
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    1. Antwort von S.Zulauf, Chur
      Der Referee arbeitete nach dem Regelwerk. Es ist das Recht des Schiedsrichters, den Captain zu bitten, dass der Trainer das Spielfeld verlassen möge.
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  • Kommentar von Thomas Plüss, Zürich
    Es ist einfach nur unsäglich, was sich Trainer, Spieler, Sportchefs und Präsidenten in Deutschland Woche für Woche für Ausfälligkeiten gegenüber den Schiedsrichtern erlauben. Es wäre an der Zeit, endlich mal hart dagegen durchzugreifen, um diesem Treiben Einhalt zu gebieten.
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    1. Antwort von sabri, glatasaray
      Schauen Sie doch mal ein Spiel in der Süper Lig. Dort geben Spieler den Schiedsrichtern die rote Karte. Könnte man hierzulande sicher auch einführen
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    2. Antwort von Anton Müller, Luzern
      Ja da stimme ich Ihnen zu. Jedoch ist das Verhalten von Schiedsrichter Zwayer absolut unverständlich und das sag ich als jemand, der selber Schiedsrichter ist. Es geht nicht an, dass er nicht persönlich zum Trainer geht und ihm den Sachverhalt und die Wegweiung erklärt. Offene und klare Kommunikation lernt man schon am ersten Schiedsrichterkurs...
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    3. Antwort von Franz Huber, Zürich
      Habe ich auch gedacht. Anstatt das sich der Herr Schiedsrichter zur Bank bemüht, und die Sache klärt, unterbricht er einfach das Spiel. Absolut überhebliches Verhalten. Solche Schiri's habe ich auch immer speziell geliebt. Die aus Unsicherheit schon gleich bei der Trikotkontrolle den Obermacker rausgehängt haben. Der Trainer hat aber sicher auch nicht optimal reagiert.
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