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Internationale Ligen Schmidt: «Viel riskiert - bis jetzt ist es aufgegangen»

Das Leben von Martin Schmidt ist wahrlich ereignisreich. In der Sendung «Focus» auf SRF 3 sprach der Mainz-Trainer über Adrenalin, den steten Drang, schneller und besser zu werden, sowie die Herausforderung, als Schweizer ein Bundesliga-Team zu führen.

Legende: Audio Das Focus-Gespräch mit Martin Schmidt in voller Länge abspielen. Laufzeit 61:00 Minuten.
61 min, aus Fussball vom 02.11.2015.
  • Schweizer Trainer in der Bundesliga
    «In Fachkreisen geniesst die Schweizer Trainerausbildung viel Anerkennung. Es gilt jedoch, Charakterstärke zu zeigen. In Deutschland herrscht – nicht nur im Fussball – ein hierarchischeres Denken. Zudem wird direkter und klarer kommuniziert. Damit muss man umzugehen lernen. Es gilt zu zeigen, wer der Chef ist. Die grösste Herausforderung ist, die Balance zwischen Menschlichkeit und Autorität zu finden.»
  • Tempo
    «Geschwindigkeit, Freiheit, Adrenalin: Das Ausloten von Grenzen war stets wichtig für mich, sei es bei einem Down-Hill-Race vom Allalin, dem Inferno-Rennen oder anderen Anlässen. Wenn man sagt, ich sei ein wilder Siech, stimmt das schon. Ich habe viel riskiert, auch im Berufsleben – bis jetzt ist es aufgegangen. Auch als Fussballtrainer versuche ich das Spiel und die Physis meines Teams zu optimieren. Wir wollten das laufstärkste Team der Bundesliga werden. Das haben wir erreicht.»
  • Fügung und Zufall im Leben
    «Jeder braucht Förderer. Ich hatte das Glück, dass immer wieder Leute an mich geglaubt haben. Dass Thomas Tuchel mich damals auf einem Juniorenturnier kennengelernt hat, kann man Fügung nennen. Wichtiger ist aber, dass man im Leben immer vorbereitet ist auf Möglichkeiten, die sich ergeben. Vorbereitung trifft Gelegenheit. Das gilt auch im Fussball: Wenn ein Spieler die Gelegenheit erhält, 10 Minuten in der Schlussphase eines Bundesligaspiels zu bestreiten, muss er vorbereitet sein. Diese Minuten können über seine Karriere entscheiden.»
  • Heimat und Heimweh
    «Ich habe versucht, möglichst viel Heimat nach Mainz mitzunehmen. Heimat ist kein Ort, sondern ein Gefühl. Mir bedeuten Besuche von Kollegen und Familienmitgliedern oder Telefonate sehr viel. Dennoch ist das Heimweh zeitweise unbändig gross, vor allem, wenn zuhause der erste Schnee fällt. Im Sommer ist es überall schön, im Winter ist es hier aber schon trister, da fehlt mir das Skifahren. Mein Weg wird irgendwann zurückführen ins Wallis. Wenn ich aus der Welt der Bundesliga austrete, will ich zurück in ein ganz normales Leben.»

Sendebezug: Radio SRF 3, Focus, 02.11.2105, 20:00 Uhr

Martin Schmidt

Porträt Schmidt
Legende: keystone

Der heute 48-jährige Walliser war schon Automechaniker oder auch Inhaber eines Kleidergeschäftes. 2008 übernahm er die zweite Mannschaft des FC Thun, 2010 holte ihn Thomas Tuchel als Trainer der zweiten Mannschaft nach Mainz. Im Februar 2015 stieg er zum Coach des Fanionteams auf. Sein Vertrag läuft bis Juni 2018.

1 Kommentar

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  • Kommentar von Rene Bernasconi, Wolfsburg / Brig VS
    Ja, Martin, ich verstehe sehr gut das du manchmal unter Heimweh leidest. Ich selber bin auch ein Walliser und wohne bereits seit 10 Jahren in Wolfsburg. Das Heimweh und die Verbundenheit zu meiner Heimat sind immer da. Jeder "echte Walliser " hat das in sich. Dir wünsche ich alles Gute und viel Erfolg in Mainz.
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