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Internationale Ligen Testbild statt Testphase: Der Videobeweis bereits vor dem Aus?

Allgemeines Ärgernis, zu unausgereift oder Investition für die Zukunft? Der Videobeweis sorgt für Emotionen. Die Schuldfrage wird hin- und hergeschoben. Was ist Ihre Meinung?

Fussballfans
Legende: «Videobeweis? Weg mit dem Scheiss!» Freiburgs Fans haben eine klare Meinung zum VAR. Imago

«Der Videobeweis ist gut für den Fussball. Aber ich wage die Prognose, dass er zur Winterpause eingestampft wird», sagte Gladbach-Trainer Dieter Hecking nach der Partie gegen Mainz am Samstag.

Die Frage nach der Schuld

Einer der letzten klaren Verfechter des «Video assistant referee» (VAR) prognostiziert der neuen Technologie kein langes Bestehen. Hintergrund: Auch am 11. Spieltag der Bundesliga wurden die Schwächen des VAR schonungslos aufgedeckt. Minutenlange Unklarheit, abrupt unterbrochene Torjubel, aber auch äusser umstrittene Entscheide, bei denen der Einsatz der Videoschiedsrichter ausblieb, erzürnten die Fans in den Stadien.

Nun wird die Schuldfrage schneller weitergespielt, als der Ball im schönsten «Tiki-Taka». Im Fokus stehen folgende Herrschaften:

  • Hellmut Krug: Der Supervisor der Videoschiedsrichter stammt aus Gelsenkirchen. Er soll bei Schalkes 1:1 gegen Wolfsburg die Videoreferees in der Zentrale in Köln zweimal zugunsten Schalkes überstimmt haben.
  • Der Sportchef des FC Augsburg, Stefan Reuter, holte zum Rundumschlag aus: «Ich glaube, dass wir in Köln die falschen Leute sitzen haben.»
  • Nach zahlreichen Problemen zum Start des VAR nahmen die Verantwortlichen eine «Kurskorrektur» vor. DFB-Chef Reinhard Grindel wurde dabei nicht informiert. Gladbachs Sportdirektor Max Eberl sieht daher «die Kommunikation nach aussen» als das grösste Problem.
  • Bayern-Trainer Jupp Heynckes warnt: «Nur bei ganz gravierenden Dingen sollte der Videobeweis zu Rate gezogen werden. Man darf den Fussball nicht verwässern.»

Schon gescheitert oder nur Anlaufschwierigkeiten? Was ist Ihre Meinung zum VAR? Stimmen Sie ab und sagen Sie uns Ihre Meinung in der Kommentarspalte.

Sendebezug: SRF 3, Nachmittagsbulletin, 4.11.2017, 17:30 Uhr

7 Kommentare

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  • Kommentar von Stefan Andreas Berta (sab@dietlikon.ch)
    Für mich ist der Fall sonnenklar: sofern es sich um eine messbare Grösse - Ball hat die Torlinie überschritten, Abseits oder nicht - handelt, soll die Technik herhalten. Wenn es aber um Entscheidungen mit Interpretationsspielraum geht, erreicht man mit den zusätzlichen Videoschiedsrichtern nur eines: noch ein paar Meinungen mehr, welche die Entscheidung(en) erstens verzögern und zweitens trotzdem nicht in jedem Fall richtig(er) erscheinen lassen. Deshalb: gleich wieder abschaffen, bitte!
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  • Kommentar von Josef Graf (Josef Graf)
    Versuch eines objektiven Kommentars (statt eines Schlechtmachens des in über 200 Ländern gespielten Fussballsports): Der SRF-Bericht bezieht sich offenbar auf die 1. dt. Bundesliga. Wenn sie dort mit dem VAR Probleme haben, ist das deren Sache. Davon abgesehen: Der VAR kann die Wertung durch Menschen (Schiri) nicht ersetzen. Zum Beispiel: Ist ein Foul gelbwürdig? Ist ein Foul rotwürdig? Ist eine Berührung des Balles mit Arm oder Hand penaltywürdig? Ist ein Abseits passiv oder aktiv? usw.
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  • Kommentar von Jean-Philippe Ducrey (Jean-Philippe Ducrey)
    Brot und Spiele und das intellektuelle Niveau des Fussballs.....
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    1. Antwort von Josef Graf (Josef Graf)
      ... und der erfreulich hohe Informationsgehalt gewisser Kommentare.
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