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Internationale Ligen Videobeweis: Bundesliga kommt nicht zur Ruhe

Die Neu-Ausrichtung des Videobeweises hat in Deutschland die anhaltende Diskussion nicht beendet. Dafür sorgten die Schiedsrichter Felix Brych und Tobias Welz im Spiel zwischen Mainz und Köln.

Schiedsrichter Felix Brych pfiff einen Penalty.
Legende: Im Mittelpunkt Schiedsrichter Felix Brych pfiff fälschlicherweise einen Penalty. Imago

Am Abend eines aufregenden Tages trat Brych vor die Kamera und räumte mit ernster Miene seinen spielentscheidenden Fehler bei der Bundesligapartie zwischen dem FSV Mainz 05 und dem 1. FC Köln (1:0) ein.

Der 42-Jährige musste also genau das tun, was der Deutsche Fussball-Bund (DFB) mit seiner Neu-Ausrichtung beim Videobeweis unbedingt verhindern wollte.

Mir wurde bestätigt, dass es einen Kontakt am Knie gab.
Autor: Felix Brych

Erst vor einer Woche hatte DFB-Präsident Reinhard Grindel mehrfach zu Protokoll gegeben, dass das technische Hilfsmittel in erster Linie die Auftritte von zerknirschten Unparteiischen, die ihre Fehlentscheidungen nach Ansicht der TV-Bilder zugeben müssen, überflüssig machen soll. Doch daraus wurde nichts – im Gegenteil.

Brosinski verwandelt den Elfer zum Sieg

«Auf dem Platz war es für mich ein klarer Elfmeter. Ich hatte dann auch Kontakt nach Köln. Da wurde mir bestätigt, dass es einen Kontakt am Knie gab», schilderte Brych bei Sky die Vorgänge – und seine Zusammenarbeit mit Video-Assistent Tobias Welz in der Kölner Videozentrale: «Ich habe mir jetzt die Bilder angeschaut, ich kann da keinen Kontakt erkennen, aber ich habe noch nicht alle Einstellungen gesehen.»

Die Jungs fühlen sich halt betrogen.
Autor: Peter Stöger

Die Einstellung, in der ein Foul des Kölners Konstantin Rausch am Mainzer Pablo de Blasis zu erkennen ist, suchten die Fernsehzuschauer jedenfalls vergebens. Noch schlimmer als die falsche Wahrnehmung Brychs war allerdings die Einschätzung von Welz, der den Fehler nicht korrigierte.

Dem Mainzer Daniel Brosinski war das alles egal. Er verwandelte den Strafstoss zum Mainzer Sieg (44.) – und verschärfte damit die Krise beim Tabellenletzten. «Die Jungs fühlen sich halt betrogen», kommentierte FC-Trainer Peter Stöger die Szene.

Sendebezug: Radio SRF 1, Abendbulletin, 18.11.2017, 17:40 Uhr.

5 Kommentare

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  • Kommentar von Josef Graf (Josef Graf)
    Der Videobeweis macht nur Sinn, wenn der verantwortliche Schiedsrichter vor Ort eine strittige Szene selber in der Wiederholung anschauen und werten kann. Wenn er es für nötig erachtet, sollte er die Szene auch noch mit den Video-Schiri-Assi besprechen können. Dass es deshalb zu Verzögerungen kommen kann, muss hingenommen werden. Wenn man das aber nicht will, soll man den Videobeweis wieder abschaffen. Ihn nur als eine Art halbanonyme Ferndiagnose zu verwenden, ist höchst problematisch.
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  • Kommentar von Alain Terrieur (Imhof)
    ...heute werden nicht mal mehr Wahrheiten geglaubt! (typisches FAN-Verhalten)
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  • Kommentar von M. Keller (MK)
    Es kann ja nicht einmal der Video-Schiedsrichter nach der Sichtung der Bilder dem Spieler zu 100% eine Absicht zum Regelverstoss unterstellen. Man sieht seit der Eiführung auch, dass mindestens 2 Drittel der Schiri-Entscheidungen richtig sind. Beim Rest wird, und dies mit Videobeweis notabene, weiterhin von sog. Experten diskutiert. Also, wo liegt denn hier der Benefit? Meine Meinung; dies braucht es nur, um das Gewissen einiger Leute/Fans zu beruhigen? Daher; Videobeweis nein - Torkamera ja.
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    1. Antwort von Daniele Röthenmund (Daniele Röthenmund)
      Ds sage ich schon lange, doch die Mehrheit wünscht sich eher eine Pseudo Gerechtigkeit!
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