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Internationale Ligen Von der Hockey-Bande an die Spitze der Premier League

Southampton ist die grosse Überraschung der bisherigen Premier-League-Saison. Anteil am Erfolg des Klubs hat auch der ehemalige Schweizer Eishockey-Nationalcoach Ralph Krueger.

Legende: Video Ralph Krueger - vom Eishockey zum Fussball abspielen. Laufzeit 1:42 Minuten.
Aus sportlounge vom 27.10.2014.

Man hätte die Person zumindest schräg angeschaut, die vor einem Jahr prophezeit hätte, dass ein gewisser Ralph Krueger im Herbst 2014 als Präsident des FC Southampton walten würde. Und man hätte sie wohl glatt für verrückt erklärt, hätte sie dazu behauptet, der Klub würde in der Premier League auf Platz 2 klassiert sein.

Vor einem Jahr bereitete sich der ehemalige Schweizer Eishockey-Nationaltrainer nämlich als Teil des Staffs von Kanada auf die Olympischen Winterspiele in Sotschi vor. Kanadas Eishockeyaner holten Gold. Und statt sich wie angedacht nach einem Job in der NHL umzusehen, tat Krueger, «was für einige vielleicht nicht logisch war, für mich aber eine Möglichkeit, mich weiterzuentwickeln».

Legende: Video Ralph Krueger im Gespräch abspielen. Laufzeit 9:59 Minuten.
Aus sportlounge vom 27.10.2014.

Ausverkauf in Southampton

Der Hockey-Spezialist folgte dem Ruf von Southampton-Besitzerin Katharina Liebherr nach Südengland zum lokalen Fussballklub. Ausgestattet mit einem über Jahre angeeigneten Know-how was die Führung von Unternehmen betrifft, wagte sich Krueger an die Herausforderung und half mit, die Organisation von Grund auf umzukrempeln.

Leicht war der Weg nicht und die Massnahmen der Klubführung teilweise unpopulär. «Bevor wir andere Spieler kaufen konnten, mussten wir eigene verkaufen», erklärt Krueger. Konkret bedeutete dies, dass gleich 5 Nationalspieler Southampton verliessen. Im Vorfeld der Premier-Leage-Saison wurde der Klub als Abstiegskandidat gehandelt.

Angst und Zweifel als Teil der Herausforderung

Krueger gesteht: «Ich hatte zeitweise Angst und Zweifel, ob es wirklich gut kommt. Aber ich habe die Herausforderung gesucht, und da gehört die Unsicherheit mit dazu.» Es kam gut: Southampton tätigte nicht die namhaften Transfers, aber fast sämtliche Zuzüge fanden den Tritt sofort.

Die «Saints» legten den besten Saisonstart seit 26 Jahren hin und liegen derzeit auf Platz 2 der Premier League - vor Liverpool, Arsenal und Manchester City. Höhepunkt des Herbstes war ein 8:0-Heimerfolg über Sunderland vor 10 Tagen. Es ist der dritthöchste Sieg in der Geschichte der höchsten englischen Liga. «Das war der perfekte Tag», schwärmt Krueger, «alle Arbeit der letzten Monate hat sich in diesem Moment ausbezahlt».

Legende: Video Ralph Krueger über die Jugendarbeit in Southampton abspielen. Laufzeit 1:59 Minuten.
Aus Sport-Clip vom 27.10.2014.

Von der Junioren-Akademie zum Nationalteam

Wichtiger als der aktuelle Erfolg des Fanionteams sind dem 55-jährigen Deutsch-Kanadier aber die langfristigen Perspektiven des Klubs. «Im Gegensatz zu den anderen Grossklubs erhalten bei uns die Junioren eine wirkliche Chance», hält er fest und verweist auf Spieler wie Luke Shaw (heute Manchester United) oder Adam Lallana (Liverpool), die in Southampton die Jugendabteilung durchliefen und mit England zur WM 2014 flogen.

Die Jugendakademie sei denn auch die grosse Motivation gewesen, den Job in Southampton anzunehmen. «Das ist es, was ich liebe und so im Eishockey nie erlebt habe», schwärmt ein glücklicher Krueger.

Sendebezug: SRF zwei, sportlounge, 27.10.2014, 22:40 Uhr.

6 Kommentare

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  • Kommentar von KPD, CFC
    Southampton. Wenn man bedenkt was für spieler die schon aus ihrer Jugenschmiede hervorgebracht haben, und diese alle oder die meisten behalten hätte, könnten die schon lange ein richtiges Topteam sein. - West Ham ist auch sehr interssant diese Saison. Swansea muss ich gestehn, sehe ich nicht so stark wie die Saints und die Hammers, aber trotzdem sehr gut eigentlich.
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  • Kommentar von Peter Steiner, Zofingen
    Es würde der Premier League gut tun, wenn sich die Saints an der Spitze halten könnten. Dies wäre vielleicht für die anderen Clubs eine Motivation mehr, sich ebenfalls auf die Juniorenförderung zu konzentrieren...vielleicht gibt es ja wieder mal einen ansehnlichen Nati-Goalie...;-)
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  • Kommentar von Martin Lopez, Zürich
    Als Nati-Trainer mochte ich ihn trotz dem Anfangserfolg nicht. Wie Slettvoll auf SRF bestätigte, hat Kürger der Mannschaft zu lange nur ein Defensiv-Konzept gegeben. Was möglich sein kann, das haben wir an der WM in Schweden gesehen. Vielleicht hat er nun den richtigen Sport gefunden. Ich entschuldige mich sogleich für den Seitenhieb und wünsche von Herzen weiterhin viel Glück.
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