Vor Revierderby: Schalke mit breiter Brust, BVB mit Sorgen

Am Samstag treffen Schalke 04 und Borussia Dortmund zum 171. Mal aufeinander. «Die Mutter aller Derbys» wird wieder wegweisend sein.

Nabil Bentaleb bejubelt einen Treffer.

Bildlegende: Königsblau war zuletzt Trumpf Nabil Bentaleb bejubelt einen Treffer. EQ Images

8 Plätze und 7 Punkte trennen die Erzrivalen in der Tabelle, in den vergangenen Jahren ist Borussia Dortmund Schalke 04 davongezogen. Doch vor dem 171. Revierderby hat sich die Stimmung plötzlich gedreht.

Der Trend spricht nämlich für die Gelsenkirchner:

  • Schalke mit breiter Brust: Von den letzten 6 Pflichtspielen hat S04 5 gewonnen.
  • Dortmund mit wachsenden Sorgen: Aus den letzten 3 Bundesligaspielen hat der BVB nur 2 Zähler geholt.

Trotz Aufwärtstendenz stehen die Schalker als Tabellen-14. noch lange nicht wunschgemäss da. «Das ist zum jetzigen Zeitpunkt zu wenig», meinte Captain Benedikt Höwedes, «wir brauchen dringend die Punkte. Da ist natürlich Brisanz drin.»

Im Revierderby müssen die Königsblauen zudem gleich zwei Ausfälle im Sturm verkraften. Neben Nati-Stürmer Breel Embolo fällt auch Klaas-Jan Huntelaar wochenlang aus.

BVB aus dem Tritt geraten

Auch deshalb, weil der so furios gestartete BVB ins Straucheln geraten ist. Dass gegen den Zweitligisten Union Berlin erst das Elfmeterschiessen den Einzug in den Pokal-Achtelfinal brachte, bestätigte: Der Schwung der ersten Wochen ist weg – auch weil zuletzt wichtige Leistungsträger verletzt fehlten und die Jungen viel häufiger einspringen mussten als geplant.

«  Wir kommen nicht und sagen: Bei Foul 9 hören wir auf. »

Christian Heidel
Schalke-Sportvorstand

«Wir sind nicht glücklich über die Ergebnisse», sagte Trainer Thomas Tuchel, für den das Derby «wie ein Pokalfinale» ist. Vor allem auf die Rückkehr seines Torjägers Pierre-Emerick Aubameyang hofft Dortmund. Denn der 27-Jährige ist Derby-Spezialist: In den letzten 6 Duellen mit Schalke traf der Gabuner viermal – unvergessen ist sein Jubel mit Batman-Maske an der Seite von Marco Reus.

Pierre-Emerick Aubameyang und Kollege Marco Reus performen den Kultjubel.

Bildlegende: Batman und Robin in Gelb Pierre-Emerick Aubameyang und Kollege Marco Reus performen den Kultjubel. Imago

Die Foul-Debatte

Dass Aubameyang und seine pfeilschnellen Sturmkollegen vom Gegner oft nur durch Fouls zu stoppen sind, hatte Tuchel kürzlich beklagt. Für Schalke allerdings kein Grund zur Zurückhaltung: «Wir kommen nicht und sagen: Bei Foul 9 hören wir auf», sagte Sportvorstand Christian Heidel. Er betonte aber auch: «Fouls dürfen kein regelmässiges Stilmittel sein.» Die Klage des BVB-Coaches, seine Spieler würden absichtlich gefoult, hält Heidel für «zu weit hergeholt».

Sendebezug: SRF zwei, innerhalb von sportlive, 26.10.16, ca. 22:15 Uhr