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Nationalmannschaft Das Presseecho: «Das Ende der Selbsttäuschung»

Am Tag nach dem verpassten Gruppensieg will die Schweizer Presse nichts schönschreiben. Für sie entbehrt das Scheitern nicht einer gewissen Logik. Trotzdem wird nun nicht alles in Frage gestellt. Eine Rundschau.

Die Schlagzeilen des Tages
Legende: Die Schlagzeilen des Tages Ein Blick in die Zeitungen. SRF
In die Realität zurückgeholt

So titelt der Tages Anzeiger und spricht von gebeutelten und geschlagenen Schweizern. Die Art und Weise, wie sich die Schweizer in Portugal in die Niederlage schickten, gefällt dem Blatt gar nicht. Deshalb seine Warnung: «In der Barrage wird es nun gegen jede Mannschaft heikel.»

Das Schweizer Nationalteam war eben doch der Juniorpartner.

Dies die ernüchternde Schlussfolgerung der NZZ bei der Ursachenforschung für das 0:2 in Lissabon. Gar vom «Ende der Selbsttäuschung» ist die Rede. Die Gäste hätten gegnerische Spieler zur Entfaltung kommen lassen, die bei weitem nicht Cristiano Ronaldos Einschüchterungspotenzial hätten. Auch die NZZ blickt sogleich voraus, verbunden mit dem Tipp: «Jetzt müssen Überstunden geleistet werden!»

Ein bisschen kommt es einem vor wie bei einer Autofahrt auf schneebedeckten Strassen. Eigentlich ist man ziemlich sicher, gut ins Ziel zu kommen. Aber man weiss eben trotzdem nie, ob nicht plötzlich das Heck in der nächsten Kurve ausbricht.

Die Aargauer Zeitung nähert sich in bildlicher Sprache der nächsten Aufgabe und schiebt prompt hinterher: «Jetzt ist die Schonfrist abgelaufen.»

Petkovic wusste genau, wo er anzusetzen hat. Er hat einer Mannschaft mit grosser fussballerischer Stärke eine neue Qualität hinzugefügt: den Teamgeist.

Eine Menge lobende Worte zunächst in der Luzerner Zeitung. Doch das Aber lässt nicht lange auf sich warten: «Etwas konnte der Nationaltrainer offenbar nicht ändern. Wenn ein entscheidendes Spiel ansteht, versagen der Nati die Nerven.»

Chancenlos, hilflos, torlos

Die Basler Zeitung bringt das Scheitern plakativ und fast schon schmerzhaft auf den Punkt. Das Blatt hält sich aber an Petkovics Aussage: «Wir bleiben positiv und werden einander helfen, wir sind alles Menschen.» Deshalb findet die Basler Zeitung: «Grosse Mannschaften richten sich wieder auf.»

Was schreibt man eigentlich im Ronaldo-Land? Die Tageszeitung Publico fasst auf seiner Website nochmals die gesamte Qualifikationskampagne knapp, dafür fast schon genüsslich zusammen:

Der Anfang war unglücklich, dafür ist das Ende umso schöner.
Legende: Video Petkovic: «Wollten nur reagieren» abspielen. Laufzeit 01:52 Minuten.
Aus sportlive vom 10.10.2017.

Sendebezug: SRF zwei, «sportlive» 10.10.2017 20:10 Uhr

20 Kommentare

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  • Kommentar von Fabio Del Bianco (fäbufuessball)
    Bei grossen Fußballnationen wird auch Kritik geübt. Die Frage nach dem "Wie" lasse ich hier mal so stehen. Doch Kritik kann, wenn sie konstruktiv ist und wenn sie auch gehört werden will, hilfreich in der Entwicklung eines Teams sein. Petkovic und vorallem seine Aufstellung konnte und durfte man bei 9 Siegen ja gar nicht in Frage stellen. Portugal und/oder Teams in dieser Stärkekategorie gilt es letztlich zu schlagen will man MEHR als "nur" die Achtelfinals in einem Turnier erreichen. Also...?!
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  • Kommentar von M. Sticher (scr)
    Was für ein Gejammer, nach 9 siegreichen Qualispielen darf man auch mal eine Niederlage einziehen, zumal es sich um den amtierenden Europameister handelt, den man notabene daheim auch 2:0 besiegt hat. Letztlich wird sich die Schweiz problemlos qualifizieren, egal wer der Barragegegner sein wird. So geht das!
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  • Kommentar von Peter Joos (Joop50)
    "Never change a winning team!" Die vorgenommenen Wechsel für dieses letzte Gruppenspiel sind nicht nachvollziehbar ...
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