Ein Stürmer hat seinen Weg gefunden

Ob Haris Seferovic im abschliessenden WM-Quali-Spiel gegen Slowenien in der Startaufstellung steht, wollte Ottmar Hitzfeld nicht verraten. So oder so ist der Nati-Stürmer aber einer der Gewinner der erfolgreichen Kampagne. Denn vor nicht allzu langer Zeit schien das Talent vom Weg abzukommen.

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Haris Seferovic im Porträt («sportlounge»)

5:24 min, vom 14.10.2013

Den Tiefpunkt hatte Haris Seferovic im Herbst 2011 erreicht, als er beim damals kriselnden (und bald konkursiten) Xamax entlassen wurde. Der Stürmer, der die Schweiz im November 2009 gegen Nigeria zum historischen Sieg an der U17-WM geschossen hatte, stand plötzlich ohne Klub da.

«Schon bei uns neigte er dazu, sich zu überschätzen», sagte Ciricao Sforza damals über seinen ehemaligen Schützling bei GC. Seferovic, der Stürmer mit bosnischen Wurzeln, hatte in der Schweiz einen zweifelhaften Ruf. Er sei eine Diva, wurde kolportiert, er setze falsche Prioritäten und sei launisch.

Das goldene Tor gegen Zypern

Zwei Jahre später ist dieser Seferovic der grosse Hoffnungsträger im Schweizer Sturm. «Ich wusste immer, was er kann», sagt Nati-Trainer Ottmar Hitzfeld gegenüber der «sportlounge». «Ich habe seinen Weg genau verfolgt.»

Im Februar 2013 gab Seferovic im Testspiel gegen Griechenland (0:0) überraschend sein Debüt im A-Team, im Juni schoss er die Schweiz in der WM-Quali in letzter Minute zum 1:0-Sieg gegen Zypern.

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Nati-Trainer Ottmar Hitzfeld zu Seferovic

0:20 min, vom 14.10.2013

Plötzlich bei einem Spitzenklub

Dieses Tor - ein technisch feiner Heber nach einem magistralen Zuspiel Xherdan Shaqiris - wurde später als «wichtigstes Tor der Saison» ausgezeichnet.

Es wurde zum Symbol für den Neuanfang und den Wandel beim Talent aus Sursee. Seferovic wechselte im Sommer von Novara in der italienischen Serie B zum ambitionierten Real Sociedad San Sebastian in die spanische Primera Division.

«Diese Stadt liebt den Fussball»

«Die Erleichterung, dass mich dieser grosse Klub wollte, war gross», sagt Seferovic, der im Norden Spaniens regelmässig zum Einsatz kommt. «Es war der Lohn dafür, dass ich nie aufgegeben und immer gekämpft habe.» Der 21-Jährige schwärmt: «Diese Stadt liebt den Fussball. Wenn ich unterwegs bin, spüre ich die Anerkennung der Leute.»

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Sociedad-Trainer Jagoba Arrasate zu Seferovic

0:18 min, vom 14.10.2013

Endlich Anerkennung

Anerkennung - lange hatte er sie gesucht, erst jetzt hat er sie erhalten. Und er wird noch viele Möglichkeiten kriegen, sich zu profilieren: In der Liga misst er sich mit Real Madrid und Barcelona, in der Champions League mit Manchester United.

Und an der WM 2014 in Brasilien mit den besten Nationalteams der Welt.

TV-Hinweis

TV-Hinweis

Das WM-Quali-Spiel zwischen der Schweiz und Slowenien können Sie am Dienstagabend ab 19:30 Uhr auf SRF zwei und im Livestream mitverfolgen. Auch auf Radio SRF 3 gibt es eine Live-Übertragung.

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